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Verbannt Bali das Bier von der Insel? Bild: Fotolia.

Droht Bali bald ein Alkoholverbot?

Kommt der Gesetzesentwurf durch, könnten Touristen, die Alkohol konsumieren, bis zu zehn Jahren ins Gefängnis wandern.

Gemäss dem bereits beim Parlament eingereichten Gesetzesentwurf, sollen die Produktion, der Verkauf und der Konsum von alkoholischen Getränken auf der indonesischen Ferieninsel Bali verboten werden. Zwei muslimische Parteien sollen das Verbot gefordert und den entsprechenden Gesetzestext ausgearbeitet haben. Wer gegen das Gesetz verstossen sollte, dem würden bis zu zehn Jahren Gefängnis drohen.

Für den indonesischen Hotel- und Restaurantverband wäre dieses Gesetz eine Katastrophe: Rund vier Millionen Touristen, hauptsächlich aus Australien und Europa, reisen jedes Jahr auf die beliebte Ferieninsel. Hariyadi Sukamdani, Vorsitzende des Hotel- und Restaurantverbands, ist überzeugt, dass Balis Tourismus bei Annahme des Gesetzes am Ende wäre.

„Egal, wie schön das Land ist, wenn es dort keinen Alkohol mehr gibt, werden die Touristen fern bleiben“, sagte Sukamadani gegenüber Medien. Die oft jungen Rucksacktouristen würden ihre Ferien beim Surfen, Rumreisen und natürlich auch in Clubs und Bars verbringen – Partys am Strand seien beliebt, dabei würde gerne das lokale Bintang Bier konsumiert. Für Balis Wirtschaft sind die Touristen ein wichtiger Einnahmezweig.

Das Problem, das Indonesien mit Alkohol hat: Oft wird er illegal gebraut und gepanscht. Gemäss dem Centre for Indonesian Policy Studies (CIPS), gab es seit dem Jahr 2012 453 Todesfälle auf Grund verunreinigten Alkohols. Experten warnen jedoch, dass ein allgemeines Alkohol-Verbot den Schwarzmarkt weiter florieren lassen würde.

(TN)