Destinationen

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Auf der neuen BAG-Liste der Gefahrenländer figurieren zahlreiche bei Touristen beliebte Länder – etwa auch die Malediven. Bild: Asad Photo Maldives

Die neue Liste ist da: in diesen 42 Ländern gilt ein erhöhtes Infektionsrisiko

Das Bundesamt für Gesundheit hat die Liste jener Länder, bei denen eine Quarantänepflicht für Rückreisende gilt, von 29 auf 42 ausgeweitet. Neu darauf figurieren etwa Montenegro, Bosnien und Herzogowina, Luxemburg, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Malediven und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Reaktionen beim SRV und bei Kuoni fallen unterschiedlich aus.

Heute hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die neue Liste mit den Ländern mit erhöhtem Infektionsrisiko publiziert. Wer von diesen Ländern in die Schweiz zurückreist, muss zunächst zehn Tage in Quarantäne.

Bestand diese Liste seit dem 6. Juli aus 29 Ländern, sind nun 15 neue Länder hinzugekommen, zwei fallen weg. Schweden und Weissrussland figurieren nicht mehr unter den Gefahrenländern.

Doch für den Reiseverkehr durchaus wichtige Länder sind neu auf der Liste, darunter Montenegro, Bosnien Herzogowina, Luxemburg, Ecuador, Costa Rica, Mexico, Malediven und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Das ist die seit heute aktualisierte Liste, die Massnahme gilt ab Mitternacht. Die fett gekennzeichneten Länder sind neu auf der Liste:

  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bahrain
  • Belarus (ab dem 23. Juli nicht mehr auf der Liste)
  • Besetztes Palästinensisches Gebiet
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Dominikanische Republik
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eswatini (Swasiland)
  • Guatemala
  • Honduras
  • Irak
  • Israel
  • Katar
  • Kasachstan
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Kosovo
  • Kuwait
  • Luxemburg
  • Malediven
  • Mexiko
  • Moldova
  • Montenegro
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Panama
  • Peru
  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Schweden (ab dem 23. Juli nicht mehr auf der Liste)
  • Serbien
  • Südafrika
  • Suriname
  • Turks- und Caicos-Inseln
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigte Staaten von Amerika (inklusive Puerto Rico und US Virgin Islands)

So lautet die BAG-Empfehlung für Reisende, die in eines dieser 42 Länder reist:

Reisen Sie in die Schweiz ein und haben sich innerhalb der letzten 14 Tagen in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Risiko einer Ansteckung aufgehalten? Dann müssen Sie folgendermassen vorgehen:

  • Gehen Sie sofort nach der Einreise in Ihr Zuhause oder eine andere geeignete Unterkunft.
  • Sie müssen sich während 10 Tagen nach Ihrer Einreise ständig dort aufhalten. Folgen Sie der Anweisung zur Quarantäne.
  • Melden Sie Ihre Einreise innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Behörde.

Unsicherheit für Reisebranche

Die Schweizer Reisebranche muss wegen dem jüngsten BAG-Entscheid mit neuen Unsicherheiten leben. Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands (SRV) äussert sich gegenüber «SRF/10vor10»: «Wir wissen nicht welche Destinationen nächsten Monat oder nächste Woche auf der Liste sind. Für uns wird damit ein riesiger Schaden angerichtet, weil die Kunden dadurch verunsichert werden.»

Diese Bedenken haben für den Pandemie-Verantwortlichen des BAG aber kaum Priorität. Stefan Kuster sagte an der gestrigen Medienkonferenz: «Es ist, wie es ist. Das Virus bestimmt das Tempo. Wir wissen nicht, ob übermorgen ein anderes Land auf der Liste ist. Die Fallzahlen steigen etwa in Spanien wieder. Ich weiss nicht, wie es in Spanien sein wird in zwei Wochen. Wenn man jetzt in die Ferien fahren möchte, dann muss man sich bewusst sein, dass es auch schiefgehen könnte.»

Kein Schock bei Kuoni

Wie Kuoni im Anschluss an die gestrige BAG-Konferenz mitteilt, sei eine grosse Mehrheit der Schweizer Ferienreisenden nicht von einer Quarantäne-Pflicht betroffen: «Auf der neu 42 Länder umfassenden Liste des Bundes figuriert keines jener 10 Reiseziele, für die Kuoni aktuell die meisten Buchungen entgegennimmt. Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den Sommerferien-Hochburgen liegt bei höchstens 50% des Grenzwertes und vielfach unter jener der Schweiz.»

Pauschalreisekunden, die am Ferienziel oder nach der Rückkehr dennoch einer Quarantänepflicht ausgesetzt sind, bieten Kuoni und ihre Schwestermarken eine Umbuchung oder Gratis-Stornierung der Reise an.

Unter Kuonis meistgebuchten Ländern im Juli und August liegt der Wert in Spanien derzeit bei 30, in der Türkei bei 17 und in der Schweiz bei 16, während alle weiteren Sommerferien-Favoriten des Reiseveranstalters weniger Neuinfektionen als die Schweiz zählen. In Österreich liegen derzeit 14, in Frankreich 13, in Deutschland 7, in Italien 5, in Griechenland sowie auf Zypern 4 und auf Malta 1 Fall von Neuansteckungen mit dem Corona-Virus pro 100'000 Einwohnende vor.

Kuoni sieht die diszipliniert umgesetzten Schutzkonzepte der touristischen Leistungsträger als einen Grund für die vergleichsweise tiefen Fallzahlen in den Sommerferien-Hochburgen Europas. «Hotels, Kulturstätten oder Gastronomiebetriebe reduzieren ihre Kapazitäten, stellen Abstände sicher und setzen weitere Massnahmen um, damit die Gesundheit von Bevölkerung und Gästen aus dem Ausland bestmöglich geschützt und das erholsame Ferienerlebnis sichergestellt wird», wie Verda Birinci-Reed erklärt, die als COO von DER Touristik Suisse die Kuoni-Produktepalette verantwortet.

(GWA)