Trips & Travellers

Daniel Pauli-Kaufmann, CEO von Thurgau Travel, im Gespräch im «Travel News Talk» über seinen Quereinstieg in die Touristik, tiefe Pegelstände und die Herausforderungen eines Familienunternehmens. Bild: TN

Daniel Pauli-Kaufmann: «Eigentlich war der Job zu gross für mich»

Tiefe Pegelstände haben Thurgau Travel in den vergangenen Tagen so stark gefordert wie noch nie. CEO Daniel Pauli-Kaufmann spricht im «Travel News Talk» über die Folgen der Trockenheit, seinen ungewöhnlichen Weg in den Tourismus und das Leben in einem Familienunternehmen.

Die vergangenen Wochen haben Daniel Pauli-Kaufmann und sein Team bei Thurgau Travel stark gefordert. Die anhaltende Trockenheit und die damit verbundenen tiefen Pegelstände vieler Flüsse in Europa verursachten zahlreiche kurzfristige Anpassungen. «So etwas hat Thurgau Travel in seiner Firmengeschichte noch nie erlebt», sagt der CEO in der aktuellen Ausgabe des «Travel News Talk».

Mehrere Dutzend Reisen mussten angepasst werden. Auf einzelnen Streckenabschnitten ersetzten Busse die Schiffe, Ausflüge mussten kurzfristig umorganisiert werden. Einige wenige Abfahrten fielen ganz aus.

Für Pauli-Kaufmann steht dennoch fest, dass Thurgau Travel wegen dieser aussergewöhnlichen Situation nicht gleich das ganze Fahrprogramm umkrempeln wird. «Längerfristig müssen wir unsere Angebote vor dem Hintergrund tieferer Pegelstände aufgrund des Klimawandels aber sicherlich überprüfen.»

Die Pegelprobleme treffen den Flussreise-Anbieter in einem ohnehin anspruchsvollen Jahr. Der Iran-Krieg habe zwar nicht zu einem Buchungsrückgang geführt, sagt Pauli-Kaufmann. Die höheren Treibstoffpreise als Folge des Konflikts treiben jedoch die Kosten in die Höhe.

Steile Lernkurve im Familienunternehmen

Seit knapp sieben Jahren führt Pauli-Kaufmann Thurgau Travel. 2019 kam er als Lebenspartner von Pia Kaufmann, der Tochter von Firmengründer Hans Kaufmann, ins Familienunternehmen – als Quereinsteiger ohne touristischen Hintergrund.

Nach einer dreijährigen KV-Lehre auf der Gemeindeverwaltung von Bürglen TG studierte er Wirtschaftsinformatik, arbeitete viele Jahre in der Softwarebranche und später für ein Beratungsunternehmen. Parallel dazu bildete er sich laufend weiter.

Seinen Einstieg bei Thurgau Travel beschreibt er rückblickend bemerkenswert offen: «Eigentlich war der Job zu gross für mich», so Pauli-Kaufmann. Der Tourismus sei ein äusserst komplexes Berufsfeld. «Das sieht man von aussen nicht. Ich habe damals auf meinen Bauch gehört und zugesagt.» Geholfen habe ihm die grosse Unterstützung der Familie Kaufmann. Dann ging alles schnell: «Meine Lernkurve war steil. Nach elf Monaten war ich Geschäftsführer des Unternehmens.»

Sind bei Thurgau Travel am Ruder, von links: Peter Kaufmann (Mitglied des Verwaltungsrates), Pia Pauli-Kaufmann (Präsidentin des Verwaltungsrates) und Daniel Pauli-Kaufmann (Geschäftsführer). Bild: Thurgau Travel

Im «Travel News Talk» erzählt Daniel Pauli-Kaufmann auch, wie er auf seine bisherige Zeit an der Spitze von Thurgau Travel zurückblickt und wie er nach intensiven Arbeitstagen abschaltet. Zudem verrät er, ob mit seiner Frau Pia Kaufmann, heute Verwaltungsratspräsidentin des Unternehmens, auch am heimischen Esstisch über das Geschäft gesprochen wird und weshalb er sich als Chef eines Flussreise-Anbieters plötzlich auch mit dem Thema Stricken auseinandersetzen musste.

(RSU)