Trips & Travellers
So dreist werden Touristen auf Korfu abgezockt
Korfu gehört zu den beliebtesten griechischen Ferieninseln. Doch ausgerechnet in der Altstadt von Korfu-Stadt können Restaurant- und Barbesuche für Touristinnen und Touristen unangenehm enden. Eine Undercover-Recherche der britischen «Daily Mail» dokumentiert äusserst fragwürdige Geschäftspraktiken.
Ein Reporter der Zeitung besuchte während drei Tagen verschiedene Lokale. In einem Restaurant erhielt er eine handgeschriebene Rechnung, die selbst eine Angestellte nicht entziffern konnte. Brot und Tzatziki, die ungefragt auf dem Tisch gelandet waren, wurden zusätzlich verrechnet. Ein kleines Bier kostete 6.50 Euro statt der auf der Karte angegebenen 5 Euro. Auch andere Gäste berichteten von ähnlichen Erfahrungen.
Bei einem weiteren Besuch im selben Lokal belief sich die Rechnung für ein überschaubares Essen auf 74 Euro. Gemüse, das zusammen mit einem für 22 Euro angepriesenen Fisch serviert wurde, schlug separat mit 9.50 Euro zu Buche. Dazu kamen drei Biere zu je 6.50 Euro und zwei Kugeln Sorbet für 12.50 Euro.
Nicht überall auf Korfu läuft es so
Auch andernorts stiess die «Daily Mail» auf hohe oder schlecht ausgewiesene Preise. Ein Aperol Spritz kostete 14 Euro, eine Coca-Cola 8 Euro. Bei einem anderen Restaurant wurde eine Meeresfrüchteplatte auf einer Tafel ohne Preis beworben. Erst auf Nachfrage erfuhren die Reporter, dass dafür 70 Euro verlangt wurden.
Besonders heikel sind laut der Recherche Zusatzkosten, die Gäste erst auf der Rechnung entdecken. In einem Lokal wurde beispielsweise eine Gedeckgebühr von drei Euro lediglich im Kleingedruckten der Speisekarte erwähnt. Hinzu kommen Berichte über Preise, die erst genannt wurden, nachdem das Essen bereits auf dem Tisch stand.
Die Vorwürfe sollten allerdings nicht auf Korfu als Ganzes übertragen werden. Auch die «Daily Mail» hält fest, dass es auf der Insel zahlreiche Tavernen, Restaurants und Cafés gibt, die ihre Gäste fair und gastfreundlich behandeln. Die Recherche betrifft einzelne Betriebe und zeigt vor allem, dass sich ein genauer Blick auf Speisekarte und Rechnung lohnt.