Trips & Travellers

Roland Ludwig, seit Januar 2024 CEO der Reka, äussert sich im Gespräch mit Travelnews zum Ferienresort Ortano Mare auf Elba. Bild: Primcom

«Wir möchten das Flagship-Resort für Schweizer Familien auf Elba werden»

Im Mai diesen Jahres hat Reka das direkt am Meer gelegene Ferienresort Ortano Mare im Osten der Insel Elba eröffnet. Travelnews hat Reka-Direktor Roland Ludwig vor Ort getroffen und ihn zur laufenden ersten Saison und den Plänen für die kommenden Jahre befragt.

Roland Ludwig, mit dem Ortano Mare hat Reka ein aussergewöhnliches Projekt übernommen. Ein ehemaliger Familienbetrieb aus den 80erJahren mit vornehmlich italienischer Gästestruktur, fast 800 Betten, verteilt auf 100 Ferienappartements und knapp 120 Hotelzimmer – für Reka ist letzteres ungewöhnlich viel. Was hat den Ausschlag gegeben für diese Entscheidung?

Roland Ludwig: Das Ortano Mare ist für uns ein Glücksfall. Eine eigene Bucht zu besitzen, das ist etwas absolut Einzigartiges. Die beiden Erbinnen des Gründers haben tatsächlich länger gezögert, das Resort zu verkaufen. Immerhin hatte ihr Vater die ganze Infrastruktur aufgebaut – die Errichtung des Hotels und des Clubhauses geht auf das Jahr 1973 zurück, während die Villen in den 80er Jahren gebaut wurden. Aber wir waren uns am Ende doch absolut einig, dass Reka das Resort mit dem gebührenden Respekt vor dieser Tradition weiterführen wird.

Nach weniger als einem Jahr haben Sie nun bereits die erste Sommersaison gestartet. Was musste oder konnte schon alles angepasst werden?

Wie in vielen älteren Traditionshotels war auch im Ortano Mare einiges recht in die Jahre gekommen. Wir haben beispielsweise den Aussenbereich komplett erneuert, die Anlagen am Strand, den herrlichen Garten, der nun auch viel Blick frei gibt aufs Meer. Es hat nun auch einen kleinen Supermarkt, damit man im Resort etwas einkaufen kann. Vor allem für die Hotelgäste haben wir ein neues Gastronomiekonzept entwickelt mit Halb- oder Vollpension. Acht Ferienwohnungen wurden bereits als Deluxe Wohnungen renoviert. Diese Saison nutzen wir definitiv als Lehrjahr. Phase eins von drei. Das Feedback der Gäste wird in die Planung der nächsten Phasen einfliessen.

Blick von oben auf die Poolanlage im Ferienresort Ortano Mare. Bild: Ortano Mare

Für die Phasen eins und zwei hat Reka Investitionen von rund 10 Millionen Franken veranschlagt. Was kommt als nächstes?

In den nächsten drei bis fünf Jahren wollen wir das Resort auf ein Level nach dem Schweizer Reka-Standard bringen. Es wird noch viel renoviert werden, unter anderem bei den Appartements. Sehr wichtig ist uns auch der Ausbau der Aktivitäten in- und ausserhalb der Anlage. Wassersport, Biken, Wandern. Vor allem die Schweizer Gäste möchten die Insel Elba auch ausserhalb des Resorts kennenlernen. Sicher wird auch die Geschichte der Insel rund um Napoleon eine Rolle spielen, Napoleon war ja nicht nur für Elba eine wichtige Persönlichkeit, sondern auch für die Schweiz.

«Im Juli und August sind wir praktisch ausgebucht»

Bei der Übernahme musste Reka in einigen Bereichen quasi von null anfangen. Mitarbeitende, Vertriebskanäle, Lieferanten, Technik, das Resort hat sogar seine eigene Kläranlage zu betreiben. Wie schwierig war die Rekrutierung?

Das war tatsächlich die grösste Herausforderung. Auf Elba ist es schwierig bis unmöglich, genug einheimische Mitarbeitende zu finden. Nun haben wir ein tolles Team von 70 Mitarbeitenden, die teils im Resort wohnen. Sehr geholfen hat die Verbindung zu unserem etablierten Resort Golfo del Sole in Follonica auf dem italienischen Festland, zirka 20 Kilometer Luftlinie von unserer Bucht im Osten von Elba entfernt. Da das Ortano Mare ein Tochterunternehmen des Golfo ist, können wir in vielen Bereichen sehr voneinander profitieren.

Können Reka-Gäste künftig auch von dieser Verbindung profitieren?

Ja, das ist definitiv geplant. Etwa in Form von Packages – eine Woche im Golfo auf dem Festland, eine Woche im Ortano Mare auf Elba. Auch Ausflüge zwischen den beiden Orten sind denkbar.

Die Reka-Geschäftsleitung im neu eröffneten Ortano Mare auf Elba, von links: Christian Loeffel, Stefan Friedli, Christina Gnädinger, Roland Ludwig, Damian Pfister, Florian Rötheli und Stefan Distel. Bild: Primcom

Geben Sie bereits Auskunft zum Buchungsstand in diesem ersten Jahr?

Ja, gerne, wir sind wirklich sehr zufrieden. Im Juli und August sind wir praktisch ausgebucht. Die italienischen Stammgäste kommen weiterhin zu uns. Auch der September sieht schon sehr gut aus, da haben wir viele Buchungen aus der Schweiz. Im Oktober gibt es noch Kapazitäten.

Wie sieht die Gästestruktur momentan aus, und was ist das Ziel von Reka?

Derzeit sind etwa 70 Prozent der Gäste aus Italien, in erster Linie Familien, aber auch Paare und aktive Feriengäste. Unser Ziel ist eine Durchmischung aus italienischen, Schweizer und weiteren europäischen Gästen. Und wir möchten natürlich das Flagship-Resort werden für Schweizer Familien auf Elba.

Sind Sie aktiv auf der Suche nach Vertriebspartnern?

Auf alle Fälle. Für die Saison 2026 waren wir für viele teils schon zu spät dran. Für die Saison 2027 sind wir darum nun sehr aktiv am Aufbau neuer Vertriebskanäle, sprechen mit Carunternehmen, Veranstaltern und sind noch sehr offen für neue Partner.

(TN)