Trips & Travellers

Weltweit investieren Flughafen-Betreiber in Architektur, Aufenthaltsqualität und Erlebnisse, die den Aufenthalt vor dem Abflug angenehmer machen sollen. Bild: Erna Peter

7 Flughäfen, an denen man gerne länger bleibt

Lange mussten Flughäfen vor allem funktional sein. Heute entwickeln sich viele Terminals zu architektonischen Aushängeschildern. Die Jury des renommierten Prix Versailles hat sieben Flughafengebäude ausgezeichnet, die weltweit neue Massstäbe setzen.

Flughäfen gelten selten als Orte, an denen man freiwillig mehr Zeit verbringt als nötig. Über viele Jahre mussten sie vor allem eines sein: funktional. Möglichst effizient gebaut, günstig im Unterhalt und darauf ausgelegt, Menschen so rasch wie möglich vom Check-in-Bereich durch die Sicherheitskontrolle ans Gate zu bringen.

Aufenthaltsqualität, Architektur oder gar Atmosphäre spielten höchstens eine Nebenrolle. Doch dieses Verständnis hat sich verändert. Moderne Flughäfen wollen heute mehr sein als reine Verkehrsinfrastruktur. Sie sollen Orte schaffen, an denen Reisende gerne ankommen, warten und verweilen.

Der internationale Architekturpreis Prix Versailles hat nun seine Liste der schönsten Flughäfen der Welt 2026 veröffentlicht. Ausgezeichnet wurden sieben Projekte, die laut Jury zeigen, wie sich Flughäfen von klassischen Transiträumen zu Erlebnisorten entwickeln. Im Fokus stehen nicht nur spektakuläre Gebäude, sondern auch Nachhaltigkeit, Aufenthaltsqualität, Tageslicht, Orientierung und die Verbindung zur jeweiligen Region.

Pittsburgh International Airport (USA)

Pittsburgh setzt auf Natur als Gestaltungselement. Die Dachlandschaft orientiert sich an den umliegenden Bergen, im Innenraum erinnern 38 stählerne Säulen an Baumstämme. Grosse Glasflächen lassen viel Tageslicht hinein, zusätzlich entstehen mehrere Aussenterrassen. Kürzere Wege, lokale Kunst und hohe Energieeffizienz machen den Flughafen zum Vorzeigeprojekt.

Holz, grosszügige Flächen und viel natürliches Licht prägen das neue Terminal am Flughafen Pittsburgh. Bild: Erna Peter

Guangzhou Baiyun International Airport, Terminal 3 (China)

Guangzhou trägt den Beinamen «Stadt der Blumen». Genau dieses Motiv prägt auch das neue Terminal. Inspiriert von der Kultur der Region Lingnan entstand ein Gebäude mit fliessenden Linien, Gärten und grosszügigen Atrien. Wolken-, Wasser- und Blumenformen führen Passagiere intuitiv durch die Räume. Besonders eindrücklich: die höchste öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse eines chinesischen Flughafens.

Fliessende Formen, viel Holz und offene Flächen prägen das Design des Flughafens Guangzhou. Bild: Li Kaijian

Lokapriya Gopinath Bardoloi International Airport, Terminal 2 (Indien)

Der Flughafen in Guwahati wirkt wie eine Hommage an Nordostindien. Organische Gewölbe, Bambusstrukturen und Formen der regionalen Orchideenwelt prägen das Design. Kunst, Handwerk und Geschichten indigener Gemeinschaften wurden direkt in die Innenräume integriert. Das Ergebnis ist ein Flughafen, der sich eher wie ein kultureller Empfangsraum anfühlt.

Die Architektur des neuen Terminals in Guwahati verbindet moderne Flughafeninfrastruktur mit regionaler Identität. Bild: Guwahati International Airport Limited

Frankfurt Airport, Terminal 3 (Deutschland)

Mit Terminal 3 wurde eines der grössten Infrastrukturprojekte Europas realisiert. Das neue Gebäude versteht sich nicht als klassisches Terminal, sondern als urbane Umgebung mit Strassen, Plätzen und Aufenthaltszonen. Naturstein, viel Tageslicht und warme Materialien sorgen für eine überraschend ruhige Atmosphäre. Bewegliche Kunstinstallationen schaffen zusätzlich immer neue Blickwinkel.

Der neue Terminalbereich am Flughafen Frankfurt verbindet Kunst, Licht und grosszügige Räume. Bild: Frankfurt Airport

Navi Mumbai International Airport, Terminal 1 (Indien)

Der neue Flughafen von Navi Mumbai entstand auf anspruchsvollem Gelände – und präsentiert sich heute als futuristisches Statement. Die Architektur von Zaha Hadid Architects orientiert sich an der Lotusblüte, die sich sinnbildlich jeden Morgen öffnet. Auffällig sind die monumentalen Dachformen und die lichtdurchfluteten Hallen. Digitale Kunstinstallationen verleihen dem Gebäude zusätzlich einen futuristischen Charakter.

Mit seiner markanten Dachkonstruktion gehört der neue Flughafen von Navi Mumbai zu den architektonisch auffälligsten Grossprojekten Asiens. Bild: NMIA

San Diego International Airport, Terminal 1 (USA)

San Diego zeigt, dass selbst einer der verkehrsreichsten Flughäfen der USA entspannt wirken kann. Herzstück ist eine 244 Meter lange geschwungene Glasfassade, die Licht hereinlässt und gleichzeitig Hitze reduziert. Grosszügige Aufenthaltsbereiche, Terrassen mit Blick auf die Bucht und lokale Gastronomie sorgen für eine fast schon kalifornische Gelassenheit. Gleichzeitig konnte der CO₂-Fussabdruck des Projekts deutlich reduziert werden.

Der Flughafen San Diego setzt auf viel Tageslicht, Kunstinstallationen und eine offene Gestaltung. Bild: Erna Peter

Techo International Airport (Kambodscha)

Nur rund 20 Kilometer südlich von Phnom Penh entsteht ein Flughafen, der moderne Technik mit kambodschanischer Bautradition verbindet. Das geschwungene Dach erinnert an Tempel und Paläste des Landes. Im Inneren greifen Decken traditionelle Flechttechniken mit Bambus- und Rattanoptik auf. Dazu kommen viel Tageslicht und zahlreiche Grünflächen entlang des Passagierwegs.

Der neue Flughafen von Phnom Penh kombiniert monumentale Architektur mit offenen, luftigen Strukturen und regionalen Gestaltungselementen. Bild: Nigel Young

(RSU)