Trips & Travellers
Heinz Zimmermann: «Mit 16 war mir klar – ich will Unternehmer werden»
Heinz Zimmermann zählt zu den bekanntesten Marketing- und Branding-Experten der Schweiz. Zur Reisebranche hat er bis heute eine besonders enge Beziehung. Seine Karriere begann der studierte Betriebsökonom und Kommunikationsfachmann einst bei Kuoni. Dort verantwortete er später das Marketing und prägte unter anderem die Neupositionierung von Helvetic Tours sowie die Revitalisierung der Marke Kuoni. Keine einfache Aufgabe: Die Traditionsmarke hatte damals über längere Zeit Marktanteile verloren.
Doch Zimmermann wollte mehr. «Mit 16 war mir klar – ich werde Unternehmer», sagt er im aktuellen «Travel News Talk». Trotz erfolgreicher Karriere bei Kuoni kündigte er nach neun Jahren und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Aus der damaligen Idee entstand Top Line Marketing. Später kamen weitere Firmen in den Bereichen Kreation, Digital und Event hinzu, die heute unter dem Dach der Top Line Group vereint sind. Viele seiner Kunden stammen bis heute aus dem Tourismus. Eine Branche, die Zimmermann nie ganz losgelassen hat.
Zwischen Tourismus, Marketing und Ehrenamt
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich Zimmermann seit Jahrzehnten intensiv für die Schweizer Reisebranche. So war er sieben Jahre Mitglied des Fachbeirats der IST, der führenden Tourismusfachschule mit Standorten in Zürich und Lausanne. Parallel dazu baute er gemeinsam mit Tourasia-Chef Stephan Roemer auf den Philippinen die Firma Phil Swiss auf – eine Gruppe, die heute die beiden Kompetenzfelder Marketing und Tourismus vereint.
Auch in wichtigen Branchengremien ist Zimmermann über viele Jahre eine feste Grösse: Seit 30 Jahren engagiert er sich im Asia Workshop Committee und seit 17 Jahren im Komitee des Arabian Souk. Zudem steht er aktuell dem Visit USA Committee Switzerland als Präsident vor. Ende 2026 ist jedoch Schluss. Mit ihm tritt gleich der gesamte Vorstand ab. Das Komitee wird in seiner heutigen Form aufgelöst.
«Ich hätte mir gewünscht, dass es eine Zukunft für das Komitee gibt, aber das ist jetzt leider nicht der Fall», so Zimmermann. Mit dem aktuell harzigen USA-Geschäft habe der Entscheid allerdings nichts zu tun. Vielmehr sei die ehrenamtliche Arbeit für die Vorstandsmitglieder neben ihren eigentlichen Jobs zunehmend zu einer Belastung geworden.
Klare Worte findet Zimmermann beim Thema Markenführung. «Eine Positionierung entsteht nicht durch Worte allein – sie muss im gesamten Kundenerlebnis spürbar werden», sagt er. Marken ohne klare Inhalte würden schnell verwässert – besonders dann, wenn Entscheide nur noch aus dem Bauch heraus getroffen würden.
Im Podcast verrät er zudem, für welches Unternehmen er gerne einmal eine Kampagne realisieren würde, wie stark der Rückgang im Schweizer USA-Geschäft 2026 ausfallen dürfte und weshalb er seinen ersten Reiseleiter-Job bei Kuoni zunächst als Strafaufgabe empfand.