Tourismuswelt
Nachwuchs reist nicht mit nach El Gouna
Reto SuterDer Schweizer Reise-Verband (SRV) wagte im vergangenen Jahr etwas Neues. Unter dem Motto «River of Change» lud er fünf Nachwuchskräfte zur Mitgliederreise auf den Rhein ein. Gesponsert wurde ihre Teilnahme von Let’s go Tours. Die Idee dahinter: Junge Talente sollten nicht nur zuhören, sondern mitreden und sich mit erfahrenen Branchenprofis austauschen.
Das Pilotprojekt rund um die Generalversammlung kam gut an. SRV-Geschäftsführerin Andrea Beffa zeigte sich nach der Reise angetan. «Die Nachwuchskräfte präsentierten sich genauso, wie wir es uns gewünscht hatten. Sehr aktiv, sehr engagiert», sagte sie im vergangenen Spätherbst im «Travel News Talk».
Gleichzeitig stellte Beffa damals eine Fortsetzung in Aussicht, wenn auch nicht zwingend nach demselben Muster. «Wir müssen überlegen, wie wir die Nachwuchskräfte noch besser einbinden können», sagte sie.
In diesem Jahr kommt es nun zumindest im Rahmen der Generalversammlung in El Gouna nicht zu einer Wiederholung. Anders als 2025 sind keine Nachwuchskräfte aufgerufen, sich für eine Teilnahme zu bewerben.
SRV will einen neuen Ansatz präsentieren
Der Verband erklärt den Verzicht mit dem veränderten Programm. «Die Generalversammlung 2026 findet in einem anderen Format als die GV 2025 statt», sagt Nicolas Elisha Schuetz-Vera, Kommunikationsverantwortlicher des SRV, auf Anfrage von Travelnews. Während 2025 «River of Change» und verschiedene Workshops den Rahmen prägten, setze die diesjährige GV andere Akzente.
Die Nachwuchskräfte sollen deshalb aber keineswegs aus dem Blickfeld verschwinden. Schuetz-Vera betont, dass junge Stimmen weiterhin gefragt seien: «Die Nachwuchsförderung bleibt ein wichtiges Anliegen des SRV und wird auch künftig weiterverfolgt.»
Wie ausgeprägt das Interesse junger Branchenleute ist, hätten unter anderem die «SRV Think Tanks 2026» gezeigt. «Das Bedürfnis bei den jungen Vertreterinnen und Vertretern der Reisebranche ist gross, sich auszutauschen, voneinander zu lernen, den Reisebüro-Alltag gemeinsam weiterzuentwickeln und kreative Perspektiven in die Verbandsarbeit einzubringen» so Schuetz-Vera.
Wie der SRV diesen Anspruch künftig konkret umsetzen will, soll sich schon bald zeigen. An der Generalversammlung 2026 in El Gouna will der Verband präsentieren, wie die Nachwuchskräfte künftig mitwirken können und welche konkreten Schritte dafür geplant sind.
Auch die fünf Talente aus dem Pilotprojekt von 2025 sind laut SRV nicht einfach von der Bildfläche verschwunden. «Die Kontakte zu den Teilnehmenden des Pilotprojekts bestehen weiterhin. Einige von ihnen stehen nach wie vor mit dem Verband in Kontakt, nehmen an Workshops oder den Think Tanks teil und engagieren sich aktiv für die Weiterentwicklung der Branche», sagt Schuetz-Vera.