Tourismuswelt
Aus für Traditions-Reisebüro nach 49 Jahren
Seit 1977 konnten Kundinnen und Kunden bei der Port-Air AG in Ennetbürgen NW Geschäfts- und Privatreisen, Kreuzfahrten sowie Ferien in aller Welt buchen. Während fast fünf Jahrzehnten baute das unabhängige Reisebüro eine treue Stammkundschaft auf und gehörte zu den bekannten Adressen der Zentralschweizer Reisebranche. Nun ist Schluss: Das Unternehmen hat seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und ist insolvent.
Die vorläufige Konkursanzeige wurde am 6. Juli 2026 im Amtsblatt publiziert. In einem E-Mail an seine Kundinnen und Kunden schreibt Geschäftsführer und Inhaber Daniel Roduner, dass die Port-Air AG den Betrieb am 6. Juli eingestellt habe. «Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben das Unternehmen nachhaltig belastet», hält er fest.
Mehrere Krisen brachten das Unternehmen in Bedrängnis
Roduner gilt in der Schweizer Reisebranche als ausgewiesener Profi mit grossem Know-how. Statt sich auf Berichte anderer zu verlassen, machte er sich oft selbst ein Bild. So reiste er mitten in der Corona-Pandemie nach Kenia, um die damaligen Reisebedingungen aus erster Hand zu erleben.
Später testete er in einem Selbstversuch auch den oft kritisierten Premium-Ferienflieger Beond. Seine praktische Erfahrung und seine persönliche Beratung brachten ihm weit über die Zentralschweiz hinaus Anerkennung ein.
Den Ausschlag für das Aus gab gemäss Roduner nicht ein einzelnes Ereignis, sondern das Zusammenwirken mehrerer Belastungen. Neben den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nennt er den Iran-Konflikt, der in diesem Jahr den internationalen Luftverkehr zeitweise stark beeinträchtigte. Flugausfälle, Umleitungen und eine spürbar tiefere Reisenachfrage hätten die Branche zusätzlich belastet.
Hinzu kamen laut Roduner die Auswirkungen des Konkurses von FTI sowie «erhebliche ausstehende Kundenzahlungen», die die Liquidität zusätzlich geschwächt hätten.
Gebuchte Reisen sollen stattfinden
Trotz verschiedener Umstrukturierungen, wiederholter Sanierungsmassnahmen, der Unterstützung langjähriger Geschäftspartner und des grossen Einsatzes des Teams habe sich die wirtschaftliche Situation nicht mehr nachhaltig stabilisieren lassen. Auch ein Gesuch um Kurzarbeit sei abgelehnt worden.
Am Tag der Bekanntgabe war das Reisebüro telefonisch bereits nicht mehr erreichbar. Statt einer persönlichen Auskunft lief laut der «Nidwaldner Zeitung» (Abo) lediglich eine Bandansage mit dem Hinweis, dass das Unternehmen aus rechtlichen Gründen nur noch per E-Mail kontaktiert werden könne. Das Büro in Ennetbürgen wurde inzwischen vom Konkursamt Nidwalden versiegelt.
Für bereits gebuchte Reisen gibt Roduner Entwarnung. Sämtliche Kundengelder seien über die gesetzlich vorgeschriebene Kundengeldabsicherung der Swiss Travel Security geschützt. Alle bestätigten Reisen würden wie geplant durchgeführt.
Die An- und Restzahlungen seien weiterhin gemäss Buchungsbestätigung zu leisten und werden in Zusammenarbeit mit den Behörden an die zuständigen Stellen geleitet. Für die Betreuung der noch offenen Dossiers habe man mit den Behörden eine einvernehmliche Lösung gefunden.