90. GV des Schweizer Reise-Verbands

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In zwei Wochen tagen die SRV-Mitglieder in Tel-Aviv (Bild). Die heissen Themen sind bekannt. Bild: Adam Jang

SRV: Ausbildung, Flugpleiten und Vertriebsthemen als Top-Themen 2018

An der kommenden SRV-GV in Israel dürfte es nur ein kontroverses Thema geben. Herausforderungen hat der Verband aber auch so noch genug im kommenden Jahr.

Wie üblich hat der Schweizer Reise-Verband (SRV) im Vorfeld der eigenen Generalversammlung, welche dieses Jahr am 17. November in Tel-Aviv stattfinden wird, seinen Geschäftsbericht und die Traktandenliste für die GV vorgelegt. Dieser kommt heuer etwas kompakter daher – damit die SRV-Mitglieder diesen vor der GV auch wirklich lesen.

Die wichtigsten GV-Traktanden werden die Neuwahlen in den SRV-Vorstand sein. Claude Luterbacher (Transcontinental, Genf) und Marcel Hausheer (City Reisen, Zug) treten zurück. Nachfolger stehen bereit: Olivier Emch (Executive Travel, Genf) und Roger Geissberger (Knecht-Gruppe) stellen sich zur Verfügung. Ihre Wahl dürfte eigentlich nur eine Formalität sein.

Vielleicht wird es im Rahmen der Initiative «Erfassung der Kunden-Handynummer im TO-Dossier» etwas Kontroverse geben. Nicht alle Reisebüros sind da auf der Linie des SRV; ein potenzieller Graben zwischen TOs und Reisebüros ist hier vorhanden. Die Berechtigung dieser Initiative wurde schon im Vorfeld thematisiert. Der Ausgang dieses Traktandums dürfte also weniger klar sein.

Dieses Thema dürfte demnach gemeinsam mit der Vorstellung des GV-Austragungsortes 2018 für die meiste Spannung sorgen.

Regionen geben kaum Geld aus

Dagegen dürften die Finanzen kaum zu diskutieren geben. Der Jahresgewinn beträgt 11‘975 Franken; budgetiert war ein Verlust von 11‘609 Franken. Im Budget für das Geschäftsjahr 2017/2018 ist ein Verlust von 27‘940 Franken vorgesehen.

Es gibt allerdings auch einen Posten, wo viel gespart wurde: Bei den Ausgaben für die «Regionen», also regionale Events der Mitglieder, wurden statt der budgetierten 34‘000 Franken nur knapp über 11‘000 Franken ausgegeben. Weder in der Deutschschweiz noch im Tessin fand in den vergangenen Jahren ein Anlass  statt. Es waren auch 2017 wiederum nur die Mitglieder aus der Romandie, die einen Anlass durchgeführt haben. SRV-Geschäftsführer Walter Kunz gibt dies zu denken; vielleicht wird dieser Posten an der GV dann auch nochmals gesondert betrachtet.

Zahlreiche Brennpunkte

Im Editorial von SRV-Präsident Max E. Katz werden die weiteren Themen deutlich, welche den SRV aktuell antreiben. Zum einen Overtourism, dann natürlich auch die Airline-Insolvenzen (v.a. Air Berlin) oder die Rückkehr der Millennials ins Reisebüro oder die anhalten Nicht-Beurteilung der DCC durch die EU. Kein Thema ist vorerst die neue EU Pauschalreise-Richtlinie, welche ab 1. Juli 2018 in allen EU Mitgliedstaaten gilt: Diese ist vorerst in der Schweiz nicht anwendbar.

Es wird auch zurückgeschaut auf Themen wie Kreditkarten, die SRV-Umfrage zum Reiseverhalten, die erfolgreiche «Motion Markwalder» oder Events wie «Frauen unterwegs – im Leben, im Beruf und auf Reisen» im März oder das AKTE-Jubiläum. Es gibt sicherlich auch 2018 genügend zu tun für den SRV.

Eine der Herausforderungen bleibt dabei der Mitgliederschwund - obwohl dieser im abgelaufenen Geschäftsjahr kaum zum Tragen kam. Denn: Der SRV konnte im letzten Jahr die Rückgänge stark reduzieren. Dank der Neuaufnahme von 23 Mitgliedern (9 Aktive und 14 Passive) wurden unter dem Strich nur 7 Mitglieder verloren: Der SRV hatte Ende September 2017 noch 837 Mitglieder (Aktive und Passive) gegenüber 844 im Vorjahr. Die 20 ausgetretenen Aktivmitglieder sind zumeist geschlossene Filialen von Retailerketten, geschlossene Unabhängige oder ein Einzelfällen auch Büros, die über keine Kundengeldabsicherung mehr verfügen. Bei den 14 ausgetretenen Passivmitgliedern fallen diverse Nationale Tourismusvertretungen auf – teils wegen Schliessungen (Tunesien, Jordanien) – aber auch Airlines wie Lufthansa oder Skywork.

Die gesamte Traktandenliste der kommenden GV finden Sie unter diesem Link.

(JCR)