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Auswärtiges Amt hebt höchste Reisewarnstufe für Golf-Region auf
Seit dem 28. Februar 2026 rät das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) von touristischen und nicht dringenden Reisen in die Golfstaaten ab.
Nun hat das Auswärtige Amt in Deutschland die Reisewarnung angepasst, schreiben «Reisevor9.de» und «fvw.de» . Nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum wieder vollständig geöffnet haben, sind Flüge über die regionalen Hubs grundsätzlich wieder möglich. Die Sicherheitslage in der Region bleibe weiterhin höchst volatil, schreibt das Auswärtige Amt, und eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage in der Region einschliesslich erheblicher Einschränkungen des Flugverkehrs könne nicht ausgeschlossen werden.
Gleichwohl hat die Anpassung der Reisehinweise erhebliche Auswirkungen. Deutsche Reiseveranstalter müssen Umsteigeverbindungen über die Golf-Hubs nicht mehr stornieren. Gleichzeitig entfällt das kostenlose Rücktrittsrecht für Reisende, die via Bahrain, Jordanien, Katar, Oman, Saudi-Arabien oder die Vereinigte Arabische Emirate gebucht sind.
Das Auswärtige Amt rät jetzt nur noch vor dringenden Reisen in diese sechs Länder ab (bisher: «von Reisen wird gewarnt»), für den Transit erteilt das Amt grünes Licht.
Branche hofft auf Neubeurteilung
Die Schweizer Reisebranche hofft auf eine identische Anpassung des EDA. Reisecocktail-Geschäftsführerin Barbara Wohlfarth schreibt dazu auf LinkedIn: «Es ist höchste Zeit, dass das EDA das System der Reisehinweise endlich anpasst. Dazu gehört auch, dass Flughäfen grundsätzlich aus den Reisehinweisen verschwinden müssen, es sei denn, sie sind wirklich direkt betroffen. Keine Airline der Welt riskiert freiwillig einen Abschuss oder Absturz.» Vorerst ist ihr Ärger gross: «Momentan haben wir eine völlig absurde Situation: Viele Reisen, die online gebucht werden, laufen über deutsche Portale. Dort werden sie durchgeführt, während sie nach Schweizer Reiserecht eigentlich unter eine Warnung fallen. Das versteht doch kein Kunde mehr!»
André Lüthi, CEO der Globetrotter Group, sagte im «SRF-Tagesgespräch», dass es viele Umbuchungen gebe, da das Aussendepartement noch immer von Reisen in die Golfstaaten abrate. Aktuell würden dort die grossen Flughäfen aber wieder angeflogen, das EDA könnte daher die Transitpassagiere aus dieser Warnung rausnehmen, findet er.
Lüthi – wie wohl die gesamte Schweizer Reisebranche – hofft nun, dass beim EDA in diesen Tagen eine Neubeurteilung der Situation am Golf vorgenommen wird.
(Dieser Artikel wurde am 5. Mai / 9.10 Uhr aktualisiert.)