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Das sind die 5 wichtigsten Antworten zum Reisejahr 2026
Reto SuterDas Reisejahr 2026 hat der Schweizer Reisebranche einiges abverlangt. Geopolitische Spannungen, der Iran-Krieg und ein schwieriges Sommergeschäft drücken auf die Bilanz. Wie stark, zeigte der Schweizer Reise-Verband (SRV) am Mittwochvormittag (9. September) an seiner jährlichen Medienkonferenz.
SRV-Präsident Martin Wittwer und Geschäftsführerin Andrea Beffa präsentierten im Hotel Radisson Blu am Flughafen Zürich die neusten Zahlen und Trends. Traditionell mit dabei ist auch Allianz Partners: Pia Bodner, Global Head of Product Management & Innovation Travel Insurance, stellte wie in den vergangenen Jahren die Ergebnisse der jährlichen Reise-Umfrage des Versicherers vor. Travelnews beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum aktuellen Zustand der Schweizer Reisebranche.
Wie hart traf 2026 die Schweizer Reisebranche?
Der Schweizer Reise-Verband rechnet für 2026 mit einem Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent. 2025 war der Branchenumsatz noch um rund fünf Prozent gewachsen. Das Bild hat sich damit innerhalb eines Jahres markant gedreht. Hauptgrund sind die geopolitischen Spannungen. Besonders schwer wiegt der Iran-Krieg. Er belastet insbesondere Reisen in den Nahen Osten sowie Fernreisen nach Asien und Ozeanien, die unter den zeitweisen Einschränkungen an den wichtigen Drehkreuzen im Nahen Osten litten. Hinzu kam der heisse Sommer in Europa, der das wichtige Last-Minute-Geschäft bremste. Die Reiselust ist deshalb aber nicht verschwunden: Die durchschnittlichen Dossierwerte bleiben stabil oder liegen sogar leicht über dem Vorjahr. Die Schweizerinnen und Schweizer reduzieren bei knapperem Budget eher die Zahl ihrer Reisen, als bei den einzelnen Ferien auf Qualität zu verzichten.
Welche Reiseziele sind 2026 besonders gefragt?
Bei den Badeferien bleibt das bekannte Trio an der Spitze: Spanien, Griechenland und die Türkei. Auf der Fernstrecke führen Kanada, Thailand und die Malediven. Spannend ist der Blick nach Norden. Sogenannte Coolcations legen weiter zu. Innerhalb von fünf Jahren ist die Nachfrage laut SRV um rund 20 Prozent gestiegen. Allerdings bleibt ihr Volumen deutlich kleiner als jenes der klassischen Badeziele. Auch der Balkan gewinnt an Bedeutung. Im Herbst sind Griechenland, Zypern, Mallorca, Ägypten und die Kanaren besonders gefragt, Tunesien legt überdurchschnittlich zu. Im Winter stehen auf der Fernstrecke Mauritius, die Malediven und Thailand hoch im Kurs.
Wie entwickelt sich das Geschäft mit USA-Reisen?
Bereits 2025 hatte der SRV für den amerikanischen Markt einen Rückgang von rund zehn Prozent erwartet. Damals führte der Verband die schwächere Nachfrage ausdrücklich auf die politische Situation in den Vereinigten Staaten zurück. 2026 verschärft sich die Entwicklung nochmals: Der SRV meldet gegenüber dem Vorjahr ein weiteres Minus von rund 20 Prozent. Eine baldiger grosser Aufschwung scheint nicht in Sicht zu sein. Gemäss der Umfrage von Allianz Partners planen 65 Prozent der Befragten aktuell keine Reise in die Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 53 Prozent. Etwas Hoffnung macht den Schweizer USA-Spezialisten immerhin die Haltung der Jüngeren. Die Umfrage zeigt: Neun Prozent der jungen Generation wollen vermehrt in die Vereinigtem Staaten reisen.
Was fällt beim Reiseverhalten der Schweizer auf?
Trotz des schwierigen Geschäftsjahrs sind die Schweizerinnen und Schweizer grundsätzlich weiterhin sehr reisefreudig. Laut Allianz Partners planten 84 Prozent der Befragten 2026 Sommerferien. Bei Auslandsreisen liegt die Schweiz mit 61 Prozent fast doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet zeigt sich zudem ein Aufwärtstrend: In den vergangenen drei Jahren haben sowohl Kurztrips als auch längere Reisen zugenommen. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung bei der Anreise. Noch 2023 lag das Auto mit 65 Prozent deutlich vor dem Flugzeug mit 36 Prozent. Seither hat sich die Lücke kontinuierlich geschlossen. 2026 liegen Auto und Flugzeug erstmals praktisch gleichauf. Gleichzeitig steigt beim Fliegen der Wunsch nach mehr Komfort. Die Nachfrage nach Premium Economy übersteigt laut Allianz Partners Schweiz inzwischen deutlich das Angebot der Airlines.
Was erwartet die Schweizer Reisebranche für 2027?
Nach dem schwierigen Sommer wächst beim SRV die Zuversicht. Bereits für den Herbst 2026 und den Winter 2026/27 ziehen die Buchungseingänge wieder an. Für das kommende Jahr erwartet der Verband deshalb mindestens eine Rückkehr auf das Niveau von 2026. Nach dem anspruchsvollen Reisejahr könnte zusätzlich ein Nachholeffekt einsetzen.