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Der Japan-Spezialist Harry Kolb steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Bild: TN

Harry Kolb beteuert: «Japan-Kunden erhalten ihr Geld zurück»

Gregor Waser

Beim Asien-Reisebüro, das vier Japan-Kunden trotz Zahlung von über 20'000 Franken im Regen stehen liess, handelt es sich um das Reisebüro Harry Kolb in Kilchberg ZH. Es komme alles in Ordnung, versichert der Reisebüro-Chef – flunkert aber beim Thema Kundengeld-Absicherung.

Ein Asien-Reisebüro hat eine über 20'000 Franken teure Asien-Reise verbockt. Travelnews berichtete darüber.

Trotz frühzeitiger Zahlung beim Reisebüro erhielten die vier Japan-Kunden keine Tickets und Hotelvoucher. Aufgedeckt hatte der Fall «Blick», den Namen des Reisebüros hielt die Zeitung aber zurück.

Die Nichtnennung des Reisebüros brachte wiederum andere auf Asien-Reisen spezialisierte Reisebüros in Rage. Denn sie erhielten Anrufe verunsicherter Kunden, ob alles in Ordnung sei mit ihrer Buchung.

Nun zeigen Recherchen von Travelnews, dass es sich beim Asien-Spezialisten, der keine Tickets aushändigte, um das Reisebüro Harry Kolb in Kilchberg ZH handelt. Beim Anruf in Kilchberg bestätigt der 76-jährige Reisebüro-Chef: «Ja, das sind unsere Kunden. Aber es kommt alles in Ordnung.»

Gehackt von Kriminellen

Seit 44 Jahren betreibt Harry Kolb sein eigenes, auf Japan spezialisiertes Reisebüro. Der leidenschaftliche Japan-Kenner kennt jeden Flecken des Landes und alle wichtigen Tipps und Empfehlungen, wie das Boomland am besten zu bereisen ist.

So tief sein Japan-Wissen ist, offenbar hapert es aber beim kaufmännischen Geschick. Denn aktuell steckt das Reisebüro Harry Kolb in finanziellen Schwierigkeiten – nicht zum ersten Mal, wie aus der Reisebranche zu hören ist.

Auf die Ursache der aktuellen Situation angesprochen, tischt Kolb eine abenteuerliche Antwort auf. Sein Unternehmen sei von Kriminellen gehackt worden und es seien Gelder mehrerer Konten verschwunden.

Travelnews wollte zudem von Kolb wissen, wie es um eine Kundengeldabicherung steht. «Wir sind bei der Swiss Travel Security versichert», sagt Kolb. Was aber nicht stimmt. Der Klick auf www.swisstravelsecurity.ch zeigt: in Kilchberg ZH gibt es kein Reisebüro, das bei STS versichert ist.

STS ist die Versicherungslösung des Reisebüro-Verbandes Swiss Travel Association. Deren Präsident Luc B. Vuilleumier sagt zu Travelnews: «Das Reisebüro Harry Kolb ist nicht bei STS versichert, nicht mehr. Am 23. Juni 2026 haben wir den Vertrag sistiert. Es fehlten die nötigen Sicherheiten.»

Es komme alles gut

Was nun? Was heisst das für die vier auf nochmalige Zahlung hin abgereisten Kunden, die sich aktuell in Japan befinden? Gemäss dem Wort von Harry Kolb werden sie die einbezahlten Gelder von ihm zurückerhalten.

Doch sollte es bei Kolbs Versprechungen bleiben und sein Reisebüro würde in die Zahlungsunfähigkeit schlittern, müssten die Kunden ebenfalls nicht auf ihr Geld verzichten. Denn sie buchten ihre Japan-Reise schon im Januar, als das Reisebüro Harry Kolb noch bei STS versichert war. «Erst für Kunden, die nach dem 23. Juni bei Harry Kolb buchten, gilt im Insolvenzfall kein Versicherungsschutz mehr», erklärt Luc Vuilleumier.

Klick auf Kundengeldabsicherung

Und STAR-Präsident Luc Vuilleumier ist es ein Anliegen, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass sich Kunden bei der Buchung stets vergewissern sollten, ob ein Reisebüro bei Swiss Travel Security oder beim Garantiefonds der Schweizer Reisebranche abgesichert ist und über eine Kundengeldabsicherung verfügt. Ein Klick dafür genüge.

Unklar ist, wie viele weitere Harry-Kolb-Kunden noch in Gefahr stehen, ihre Reise nicht antreten zu können. «Nur ganz wenige», beschwichtigt Kolb, um nochmals zu beteuern, dass alles gut komme.

Wie auch der Fall final ausgehen wird. Einmal mehr leidet die gesamte Reisebranche an einem einzelnen, unsauber arbeitenden Reisebüro, das Kunden Ärger beschert.