On The Move
Wo Wildcampen erlaubt ist – und wo nicht
Die Vorstellung, unter freiem Himmel aufzuwachen, umgeben von unberührter Natur und fernab vom Trubel des Alltags, übt auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Weit weg von Campingplätzen und Lärm bietet das Wildcampen ein besonderes Gefühl von Freiheit und Abenteuer.
Das Campen in freier Natur bringt aber auch Verantwortung mit sich. Folgende Regeln gelten als das Einmaleins des Wildcampens:
- geeigneten Ort auswählen, Natur respektieren
- rücksichtsvoller Umgang mit Wildtieren, Lärm vermeiden
- den Ort so verlassen, wie er vorgefunden wurde
- allen Abfall mitnehmen
- kein Feuer machen
Doch nicht überall ist es erlaubt, ausserhalb von offiziellen Campingplätzen sein Nachtlager aufzuschlagen. Viele europäische Länder verbieten das Campieren in der Wildnis oder es unterliegt grossen Einschränkungen. Zudem macht es einen Unterschied, ob man mit dem Zelt oder dem Wohnmobil unterwegs ist, oder bloss im Schlafsack schlafen will. In den folgenden (auf der Karte grün markierten) Ländern sind sämtliche Arten von Wildcampen erlaubt:
In diesen Ländern ist Wildcampen erlaubt
- Finnland: Wildcampen ist erlaubt, aber nicht zu nah an einem Haus oder Privatgarten. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, in Naturschutzgebieten und Naturparks verboten.
- Norwegen: Wildcampen ist erlaubt für maximal 2 Nächte. Mit Wohnmobil oder Wohnwagen ist das Übernachten von maximal 24 Stunden auf dafür gekennzeichneten Plätzen erlaubt. Achtung: Verbotsschilder beachten. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, in Naturschutzgebieten und Naturparks ist wild campen verboten.
- Schweden: Wildcampen ist überall erlaubt. Achtung: Abstandsregeln auf Privatgrundstücken und Verbotsschilder beachten. Mit Wohnmobil oder Wohnwagen ist das Übernachten von maximal 24 Stunden auf dafür gekennzeichneten Plätzen erlaubt. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, in Naturschutzgebieten und Naturparks ist wild campen verboten.
- Estland, Lettland und Litauen: Wildcampen ist erlaubt.
- Albanien: Wildcampen ist erlaubt.
- Moldawien: Wildcampen ist erlaubt.
- Rumänien: Wildcampen ist erlaubt. Ausnahme: Naturschutzgebiete. Aus Sicherheitsgründen wird jedoch empfohlen, auf offiziellen Campingplätzen zu übernachten.
- Schottland: In Schottland ist Wildcampen im Zelt für zwei bis drei Nächte am selben Ort erlaubt, nicht aber im Van, Wohnmobil oder Wohnwagen. Es gibt teilweise, saisonale und regionale Einschränkungen, daher Hinweistafeln beachten.
Die erwähnten Länder können ihre Bestimmungen jederzeit ändern. Es ist deshalb lohnenswert, sich vorab genauer zu informieren. Auch in Ländern, in denen das Campen in der Wildnis grundsätzlich verboten ist (in der Karte rot markiert), wie beispielsweise Frankreich, gibt es einige regionale Ausnahmen, die das Wildcampen zulassen.
Gerade in ländlichen Regionen und weniger touristischen Gebieten ist die Toleranz meist grösser und die Chance höher, Privatgrundstücksbesitzer zu finden, die das Übernachten auf deren Land erlauben. Aber Achtung: Länder wie die Niederlande oder Kroatien verbieten das Wildcampen auf Privatgrundstücken.
Je nach Land muss bei Verstoss mit hohen Geldbussen bis zu Freiheitsstrafe gerechnet werden. Detaillierte Informationen finden sich hier.
So ist es in der Schweiz
In der Schweiz werden die Bestimmungen, nicht gerade überraschend, kantonal geregelt. Die Hoheit obliegt letzten Endes den Gemeinden, weshalb der TCS empfiehlt, dass man sich vor dem Campen ausserhalb von offiziellen Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen über die Regeln der einzelnen Kantone oder Gemeinden informieren sollte.
Bis auf den Kanton Aargau und Obwalden, die eine Übernachtung ausserhalb von offiziellen Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen erlauben, ist das Wildcampen in sämtlichen Kantonen verboten.
Unter diesen Umständen ist Wildcampen in der Schweiz erlaubt:
- Biwakieren oder Übernachten im kleinen Zelt im Gebirge, oberhalb der Waldgrenze (bei mehreren Übernachtungen tagsüber das Zelt wieder abbauen)
- Auf Privatgrundstücken mit Erlaubnis des Grundstückbesitzers
- Not-Biwakieren