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Die perfekte Welle: Sieben Top-Spots für Surfer und Zuschauer
Brigitte von ImhofDass viele der bekanntesten Surf-Spots auch für Zuschauer ein interessantes Reiseziel darstellen, liegt nicht nur am Thrill, den die teils gewaltigen Brecher dort regelmässig erzeugen, sondern auch am Drumherum: Oft finden sich hier entspannte Küstenorte, spektakuläre Landschaften samt beeindruckender Ausblicke sowie eine intensive Atmosphäre direkt am «Geschehen». Schliesslich lässt sich hier Surfkultur hautnah erleben, auch ohne selbst aufs Board zu steigen. Für diese sieben Orte gilt jedenfalls das Prädikat «besonders aufregend».
Portugal: Nazaré
Es war der 29. Oktober 2020, als Sebastian Steudtner eine 26,21 Meter hohe Welle ritt und damit schnurstracks ins Guinness Buch der Rekorde surfte. Schauplatz dieser Rekordleistung des Deutschen war Nazaré an der portugiesischen Atlantikküste. Dieser Küstenabschnitt verzeichnet die höchsten Wellen weltweit. Grund ist der Nazaré Canyon, eine Unterwasserschlucht, welche die sogenannten Swells bündelt und zu Wellenmonstern verstärkt.
Besonders im Winter ziehen diese Bedingungen Profi-Surfer aus aller Welt an, die hier Rekorde brechen wollen. Zudem bietet der Spot mit auf einer Steilklippe befindlichen Aussichtspunkten wie dem Forte de São Miguel Arcanjo perfekte Bedingungen, um das Spektakel auch von Land aus zu beobachten
Hochsaison: Oktober bis März
Südafrika: Jeffreys Bay
Der Küstenort im Eastern Cape ist vor allem für seine langen, schnellen rechtsbrechenden Wellen bekannt. Am legendären Abschnitt Supertubes entstehen dank verlässlicher Swells und günstiger Offshore-Winde oft perfekte Bedingungen mit aussergewöhnlich langen Rides. Die hohe Qualität und Beständigkeit der Wellen machen Jeffreys Bay seit Jahrzehnten zu einem Anziehungspunkt für Profi- und Hobby-Surfer.
Internationale Bekanntheit erlangte der Spot zudem durch Wettbewerbe der World Surf League wie den J-Bay Open. Die Wege und Dünen entlang des Strandes bieten gute, frei zugängliche Aussichtspunkte.
Hauptsaison: Mai bis September
Australien: Gold Coast
Die Gold Coast im ostaustralischen Queensland zählt zu den bekanntesten Surfregionen der Welt. Besonders berühmt ist Snapper Rocks: An der sogenannten Superbank verbinden sich mehrere Surfbreaks zu aussergewöhnlich langen, flüssigen Wellenritten, die sich gut vom Strand aus beobachten lassen. Ein weiterer beliebter Spot ist Burleigh Heads.
Vom Burleigh Headland, einer felsigen Landzunge mit Nationalpark, eröffnet sich ein weiter Blick über den Point Break und die Küste. Besonders am frühen Morgen entsteht hier eine eindrucksvolle Atmosphäre.
Hochsaison: März bis Mai
Hawaii: North Shore
Die Nordküste der Hawaii-Insel Oahu (auf der auch die Hauptstadt Honolulu liegt) gilt seit jeher als Magnet für die weltbesten Surfer. Hier entstehen kraftvolle und perfekt geformte Röhren («barrel waves»), durch die die Surfer hindurchfahren. Die besten Surf-Events für Zuschauer finden im Winter statt, darunter hochklassige Wettbewerbe wie die Billabong Pipe Masters, der WSL Sunset Pro und das renommierte Eddie Aikau Big Wave Invitational.
Vom Ufer aus kann man sich das Spektakel ansehen, besonders beliebt sind der Ehukai Beach Park (Pipeline) und die Waimea Bay.
Hochsaison: November bis Februar
Bali: Uluwatu
Die Surfregion rund um Uluwatu an der Südwestküste Balis zählt zu den bekanntesten Big-Wave- und Reefbreak-Spots der Welt. Entlang der steilen Kalksteinklippen entstehen lange, kraftvolle Wellen mit perfekt geformten, tunnelartigen Barrels, an denen vor allem die Könner unter den Wellenreitern ihre Freude haben. Auch Padang Padang, Bingin und Impossible Beach (liegen alle nah beieinander) sind Magneten für die verwegenen Surfer.
Besonders gut sind die Surfbedingungen während der Trockenzeit, wenn internationale Wettbewerbe wie der Padang Padang Cup stattfinden. Viele Aussichtspunkte entlang der Klippen sowie die Bereiche rund um den Uluwatu Beach bieten ideale Bedingungen, um das Geschehen vom Land aus zu beobachten.
Hochsaison: Mai bis September
Frankreich: Hossegor
Die kleine Gemeinde gilt unter Surfern als eine der besten Beachbreak-Spots Europas. Zwar ist Biarritz international bekannter und ein traditionelles Surf-Mekka an der französischen Atlantikküste, doch viele erfahrene Surfer zieht es rund 35 Kilometer weiter nördlich nach Hossegor. Die kleine Küstenstadt ist nicht nur ein beliebter Badeort, sondern steht in Surferkreisen für kraftvolle Beachbreaks und schnelle Wellen.
Besonders bekannt sind die Strandabschnitte La Gravière und Les Culs Nus. Im Herbst und frühen Winter sorgen Atlantikstürme im Golf von Biskaya für besonders konstante Swells und oft sehr gute Surfbedingungen. Das Geschehen lässt sich direkt vom Strand aus beobachten, da die Wellen häufig nahe ans Ufer brechen.
Hochsaison: September bis November
Tahiti: Teahupo'o
An der Südküste von Tahiti stösst man auf einen der anspruchsvollsten Big-Wave-Spots weltweit. Der Ort Teahupo'o ist vor allem für seine extrem kraftvollen, hohl brechenden Wellen bekannt, die sich direkt über einem flachen Riff auftürmen und dadurch eine besondere Intensität entwickeln. Das Geschehen spielt sich hier oft nur wenige Meter vor der Küste ab, wodurch sich die Wellen gut vom Uferbereich, der kleinen Zuschauerplattform im Dorf oder besonders eindrucksvoll vom Boot aus beobachten lassen.
Die Kombination aus türkisfarbenem Wasser und massiven Wellenkämmen macht den Spot auch für Nicht-Surfer beeindruckend. Zum Baden ist der Strandabschnitt wegen starker Strömungen und des Riffs eher ungeeignet.
Hochsaison: Mai bis Oktober