On The Move
Hochgeschwindigkeitszüge nach Andalusien nehmen Betrieb wieder auf
Seit diesem Dienstag, dem 17. Februar, ist die wichtigste Hochgeschwindigkeitsstrecke Spaniens in Richtung Süden wieder befahrbar. Nach 29 Tagen Stillstand hat der Infrastrukturbetreiber Adif die Reparaturarbeiten am Unglücksabschnitt bei Adamuz (Provinz Córdoba) abgeschlossen und die Eisenbahn-Strecke offiziell für den kommerziellen Verkehr freigegeben.
Den Auftakt machten am Dienstagmorgen die privaten Betreiber. Um 06:55 Uhr verliess der erste Ouigo-Zug den Bahnhof Madrid-Atocha in Richtung Sevilla. Eine Stunde später folgte Iryo mit der ersten Verbindung, heisst es beim spanischen Fernsehsender «RTVE». Die staatliche Renfe agierte zunächst zurückhaltender: Während die privaten Wettbewerber bereits rollten, führte das Traditionsunternehmen noch letzte Kontrollen an den Signalsystemen durch, bevor auch die AVE-Züge grünes Licht erhielten.
Mittlerweile hat Renfe bestätigt, dass die Strecken nach Sevilla, Cádiz und Granada wieder planmässig bedient werden. Die Auslastung im südlichen Korridor lag am ersten Tag bereits bei beachtlichen 85 Prozent, was das enorme Bedürfnis der Reisenden nach der wochenlangen Sperrung unterstreicht.
Die Narben des Unglücks von Adamuz
Die Wiedereröffnung ist emotional überschattet. Am 18. Januar waren bei Adamuz zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert, nachdem ein Iryo-Zug aufgrund eines Schienenbruchs entgleist war. Die Katastrophe forderte 46 Todesopfer und gilt als eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes.
Die Spuren des Unfalls sind auch im neuen Fahrplan noch spürbar: Im Bereich der Unfallstelle bei Adamuz gilt aus Sicherheitsgründen vorerst eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Die Verbindung nach Huelva wird von Renfe zunächst nur bis Córdoba per Schiene bedient; das letzte Stück legen Reisende weiterhin im Bus zurück. Bei der Málaga-Verbindung sorgen zusätzliche Sturmschäden durch das Unwetter «Marta» für Verzögerungen. Zwischen Antequera und Málaga besteht bis voraussichtlich Anfang März Schienenersatzverkehr.
Die fast einmonatige Sperrung hat die Branche hart getroffen. Schätzungen zufolge belaufen sich die Einnahmeverluste für die drei Betreiber auf insgesamt rund 22,5 Millionen Euro. Über 670'000 Passagiere mussten während der Krise auf Busse oder Flugzeuge ausweichen oder ihre Reisen ganz absagen.