Hotellerie

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Accor beschreibt sich als führende Unternehmensgruppe für Augmented Hospitality, die einzigartige Erlebnisse in mehr als 5000 Hotels und Apartmentanlagen in 110 Ländern bietet. Bild: Accor

So will sich Accor in der Krise behaupten

Zwei Drittel der 5000 weltweiten Accor-Hotels werden geschlossen. Kurzarbeit, reduzierte Arbeitszeit und ein Dividenden-Verzicht gehören zu den Massnahmen.

Auf der ganzen Welt präsent zu sein, mag helfen, wenn in einem einzelnen Land eine Krise ausbricht und sich diese auf das Gesamtunternehmen nur marginal auswirkt. Doch die derzeitige Pandemie trifft Hotelgigang Accor mit über 5000 Hotels weltweit nun massiv. Die Hälfte der Häuser sind temporär geschlossen, in den kommenden Wochen werden es bis zu zwei Drittel sein. Zahlreiche Massnahmen hat Accor nun eingeleitet, um die nächsten Wochen zu überstehen und die Auswirkungen auf die Erträge und die Liquidität zu begrenzen.

Bereits im Februar wurden erste Massnahmen umgesetzt. Aufgrund der Entwicklung der Situation hat sich das Unternehmen entschieden, weitere Massnahmen zu ergreifen:

  • Reiseverbot, Einstellungsstopp, reduzierte Arbeitszeit und/oder Kurzarbeit für 75 % der Teams in den Unternehmenszentralen weltweit im 2. Quartal, was einer Reduzierung der allgemeinen Verwaltungskosten von mindestens 60 Mio. Euro im Jahr 2020 entspricht.
  • Angleichung der Planung für laufende Investitionen für das Jahr 2020, was einer Reduzierung des Investitionsaufwands von 60 Mio. Euro entspricht. Das Unternehmen optimiert ausserdem alle anderen Kosten (z. B. Vertrieb, Marketing, IT) entsprechend der geringeren unternehmensweiten Einnahmen.

Aktuell verfügt Accor noch über einen Barbestand von 2,5 Milliarden Euro und eine nicht in Anspruch genommenen Kreditlinie in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Trotz der grossen Unsicherheit bezüglich der Dauer der Krise, erwartet das Unternehmen zwar enorme Auswirkungen auf die Ergebnisse für das Jahr 2020, bleibt aber langfristig gesehen optimistisch für die Zukunft der Hotelbranche. Aufgrund der unbekannten Situation hat der Accor-Vorstand jetzt entschieden, auf eine Dividendenauszahlung für das Jahr 2019 in Höhe von rund 280 Mio. Euro zu verzichten.

Nach Beratung mit den Hauptaktionären von Accor, JinJiang International, Qatar Investment Authority, Kingdom Holding Company und Harris Associates, hat Accor beschlossen 25 % der geplanten Dividenden (70 Mio. Euro) für die Einrichtung des «ALL Heartist Fund», einer Zweckgesellschaft für COVID-19, bereitzustellen. Dieser Fonds wird hauptsächlich folgende Fälle unterstützen:

  • die 300'000 Mitarbeiter des Unternehmens erhalten allfällige Unterstützung, um ihre Krankenhauskosten in Zusammenhang mit COVID-19 zu bezahlen, falls sie nicht über eine Sozial- oder Krankenversicherung verfügen
  • je nach Einzelfall erhalten Mitarbeiter in Kurzarbeit finanzielle Unterstützung, auch allenfalls Partner.
  • Darüber hinaus will Accor seine Solidaritätsinitiativen ausweiten, um Fachkräfte in Pflege- oder Gesundheitsberufen und gemeinnützige Organisationen zu unterstützen.

(GWA)