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Zu Fuss durch Wiesen und Heide: Foraging gehört in Irland zu den authentischsten kulinarischen Erlebnissen. Bild: Celtic Routes

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Ob beim gemeinsamen Sammeln auf saftigen Wiesen, an Festivalständen zwischen Meer und Bergen oder auf Foodtrails durch Höhlenkäsereien: Irlands Kulinarik lässt sich am besten zu Fuss und mit offenem Gaumen entdecken.

Bedachtes Sammeln

Saftige Wiesen und bunte Blumen sind in Irland nicht nur Futter für die Schafe: Foraging, das Sammeln von Essbarem in der Natur, verwandelt die vielfältige Umgebung Irlands in ein gedecktes Festmahl.

Auf der Cul Ban-Farm in der Nähe von Monasterevin, eine Stunde von Dublin entfernt, geht es traditionell an die Sache: Gemeinsam werden die Wildpflanzen identifiziert, geerntet und dann bei einem Drei-Gänge-Menü verzehrt, so wie man es schon früher gemacht hat.

Foraging bringt die Natur auf den Teller. Bild: Visit Dublin

Foraging ist eine ruhige, besonnene Aktivität, weitergegeben von Generation zu Generation. Bei Mountainway Ireland nimmt der Nordire Brian die Besuchenden mit auf die Sammelwege seiner Vorfahrinnen und Vorfahren.

Das Land, auf welchem er und sieben Generationen vor ihm aufgewachsen sind, kennt er in- und auswendig und wird nicht müde, davon zu erzählen. Saisonal und nachhaltig, packend und erweiternd: Foraging öffnet Türen des Bewusstseins für sich selbst und die Umwelt. Ein wunderbares Erden.

Essen und festen

Wer sich bereits zu fest von seiner inneren Jägerin und innerem Sammler verabschiedet hat, die Insel aber gerne kulinarisch entdecken möchte, aufgepasst! Das ganze Jahr über finden verschiedene Foodfestivals auf der ganzen Insel statt. Sie laden ein, lokale Leckerbissen zu entdecken, sich durch Köstlichkeiten zu degustieren und den eigenen Kulinarikhorizont zu erweitern.

Gestartet wird, wie könnte es auch anders sein, in der Region der kulinarischen Hauptstadt Irlands. Das fEast Cork bringt am 6. September innovative Lebensmittelproduzentinnen, Landwirte, Fischerinnen und Köche zusammen. Die Lokalität und die Saisonalität geben bei diesem Fest den Takt an.

Zwischenhäppchen im Dreivierteltakt. Bild: Visit Mourne Gullion Strangford

Wer die Beats lieber physisch mit Geschmacksexplosionen erleben möchte, findet am 5. und 6. September in Eats & Beats in Newcastle, Nordirland, seine Tanzfläche. Das Festival verbindet Musik mit Essen, Berge mit der irischen See und die Menschen, die genau dies suchen.

Noch etwas näher am Wasser ist das «Tide and Turf Portavogie»-Fest. Das familienfreundliche Festival ist direkt am Hafen, bekannt für lokale Meeresfrüchte und Rindfleisch. Essensorientierte Programmpunkte machen am 12. September das Festival noch lebendiger.

Auf der anderen Seite der Insel, rund um Kerry im Südwesten, dreht sich vom 2. bis 4. Oktober alles um kulinarische Vielfalt: Beim Dingle Food Festival verwandelt sich das malerische Küstenstädtchen Dingle in ein Fest der Aromen – getragen vom Non-Profit-Gedanken des Zero Food Waste.

Herzstück ist der Taste Trail, eine Entdeckungsreise durch Pubs, Cafés, Restaurants, Galerien und Geschäfte, bei der über 60 lokale Betriebe und ebenso viele Marktstände zum Verweilen und Kosten einladen. Wer möchte, bringt seine eigene Schüssel mit und trägt so aktiv zum nachhaltigen Charakter des Festivals bei. Abgerundet wird das Programm durch Workshops zu Themen wie Bienenhaltung und verantwortungsvolles Wildsammeln.

Unterwegs verpflegt

Ein weiterer Weg, der Irland durch die Geschmacksknospen erlebbar macht, sind Foodtrails. Schritt für Schritt tragen einen die Wanderschuhe von Teller zu Teller, von Käsebrett zu Kuchen zu Suppe. Wie zum Beispiel im Burren Nationalpark.

Im Westen Irlands führt der Foodtrail vorbei am Aillwee Mountain, wo in den Höhlen unter dem Berg seit Jahrzehnten der Burren Gold Cheese reift – hergestellt aus Milch, die direkt vor Ort produziert wird. Weiter geht's zu Bauernhöfen und gemütlichen Slow-Food-Cafés, wo man an Tischen sitzt, an denen das Essen quasi gleich nebenan wächst, und die Hände trifft, die den Käse formen, der später auf dem eigenen Teller landet.

Burren in Kreisform. Bild: Fáilte Ireland & Clare Co

Genug gegessen. Irland ist ja bekanntlich nicht nur eine Food-Destination, sondern besticht auch durch flüssige Nahrungsaufnahme. Der Northern Ireland Spirit Trail führt entlang an 13 Destillerien und lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen: den Macherinnen und Machern über die Schulter zu schauen, ihre Leidenschaft zu spüren und die Vielfalt an Whiskeys, Gins und anderen Spirituosen zu entdecken, die Boden, Getreide und Wasser der Region auf ihre ganz eigene Weise widerspiegeln.

Wer die Reise antritt, sichert sich am besten gleich den Distillery Passport – bei jedem Stopp gibt’s einen Stempel, und wer alle 13 Destillerien besucht hat, erhält zum Abschluss ein kleines Souvenir als Erinnerung an die Reise durch Nordirlands Genusswelt.

(TN)