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Trotz höherer Gebühren: Unterm Strich bleibt Japan dank des schwachen Yen ein attraktives Pflaster. Bild: Jonolist

Günstiger Yen, aber die Nebenkosten in Japan steigen

Während die japanische Währung auf ein historisches Tief stürzt und Schweizer Reisenden enorme Kaufkraft beschert, ziehen die Fluggesellschaften und Behörden bei den Gebühren kräftig an.

Für Schweizer Touristinnen und Touristen, die demnächst nach Fernost aufbrechen, gibt es derzeit eine gute Nachricht: Der japanische Yen ist auf den tiefsten Stand seit fast 40 Jahren gefallen. Der günstige Wechselkurs (100 Yen entsprechen aktuell etwa 0.50 Schweizer Franken) sorgt dafür, dass Hotels, Essen und Shopping vor Ort so günstig sind wie schon lange nicht mehr. Doch die Freude wird getrübt, denn gleichzeitig steigen die Reisekosten massiv an.

Die beiden grössten japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) bitten Passagiere ab sofort zur Kasse. Per 1. Juli wurden die internationalen Treibstoffzuschläge für die Monate Juli und August auf ein Rekordniveau angehoben. Beide Unternehmen begründen diesen Schritt mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

Für Flüge aus Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Ozeanien bedeutet dies einen saftigen Aufschlag: Zusätzlich zum regulären Grundtarif wird gemäss «Travel Weekly Asia» ein Treibstoffzuschlag von 6500 Yen (32.40 Schweizer Franken) fällig. Das entspricht einer drastischen Erhöhung um 9000 Yen (44.85 Schweizer Franken) im Vergleich zu den beiden Vormonaten.

Visumgebühren verfünffacht

Gleichzeitig bittet auch der japanische Staat ausländische Gäste stärker zur Kasse. Zum ersten Mal seit fast fünf Jahrzehnten wurde die Gebührenstruktur für Visa grundlegend überarbeitet – ebenfalls mit Wirkung zum 1. Juli.

Für alle Reisenden, die vor der Einreise ein Visum beantragen müssen, gelten fortan deutlich höhere Preise:

  • Einreisevisum (Single-Entry): Der Preis steigt von vormals ¥3'000 auf ¥15'000 (74.75 Schweizer Franken).
  • Mehrfachvisum (Multiple-Entry): Hier klettert die Gebühr von ¥6'000 auf stolze ¥30'000 (149.50 Schweizer Franken).

Schweizer Touristinnen und Touristen sind für kurzfristige Aufenthalte von bis zu 90 Tagen (zu touristischen Zwecken) in der Regel von der Visumpflicht befreit. Wer jedoch ein Arbeits-, Studien- oder Langzeitvisum benötigt, ist direkt von diesen massiven Preiserhöhungen betroffen. Unter dem Strich bleibt Japan dank des schwachen Yen ein attraktives Pflaster für die Geldbörse – die Hürden und Kosten, um überhaupt erst ins Land zu gelangen, haben sich pünktlich zur Sommerferienzeit jedoch spürbar erhöht.

(TN)