Trips & Travellers

Jonas Sulzberger wurde in Mumbai kulinarisch überrascht – ohne Konsequenzen für den Magen. Bild: zVg

«Geschmacksbomben auf der Street-Food-Tour in Mumbai»

25 Persönlichkeiten, elf Fragen und viele persönliche Einblicke: Die Travelnews-Sommer-Serie zeigt, wie die Schweizer Reisebranche selbst verreist. Heute: Jonas Sulzberger, Inhaber und Geschäftsführer der Reisebüro Sulzberger GmbH, Neuhausen am Rheinfall SH.

Gang- oder Fensterplatz im Flugzeug?

Ich bin sehr zwiegespalten. Im Zweifelsfall wähle ich aber den Gangplatz. Ich reise oft alleine, da finde ich die Business Class der A321LR immer grandios – Thron für alle!

Welcher Ferienort wird unterschätzt?

Der Senegal! Ich bin der Ansicht, dass einem die Menschen meist so begegnen, wie man ihnen selbst begegnet. Einreisebeamte mögen da eine Ausnahme sein – im Senegal aber nicht. Selbst dort wurde ich ausgesprochen freundlich empfangen. Dazu kommt ein unglaublich vielseitiges Land mit bewegender Geschichte, faszinierender Tierwelt und einer sehr guten Küche.

Was ist dein Ritual vor dem Boarding?

Ich checke noch einmal meine Mailbox und kündige den Take-off auf Facebook an. Schliesslich sollen unsere Reisebürokunden wissen, wohin ich gerade unterwegs bin. Part of the business.

Welcher Song gehört zwingend auf deine Ferien-Playlist?

Spotify sei Dank, weiss ich das: Für Take-offs wurde das Intro von «Xerox» der Band Spotlights am meisten abgespielt.

Was machst du als Erstes, wenn du ins Hotelzimmer kommst?

Nach der Anreise bin ich meistens ziemlich dehydriert. Deshalb habe ich für solche Fälle immer eine Flasche Schweizer Mineralwasser im Koffer dabei.

Welches Land hat dich kulinarisch am meisten überrascht?

Als ich in Mumbai eine Street-Food-Tour durch das muslimische Viertel unternommen habe. Ich hatte mich mental schon auf «kulinarisches Abenteuer mit Konsequenzen» eingestellt. Mein Magen blieb über Nacht und an den Folgetagen komplett ruhig. Und während der Tour folgte eine Geschmacksbombe nach der anderen.

Wenn du ab morgen zwei Wochen Ferien hättest – wohin würdest du reisen?

Bei den aktuellen Temperaturen würde ich nach Island reisen. Ich wollte mir ohnehin schon lange mehr Zeit für das Land nehmen – bisher war ich nur drei Tage dort. Eine Wandertour durch die Westfjorde wäre schön, da müsste ich auch grösstenteils offline bleiben.

Hast du schon einmal das Hotelzimmer gewechselt – und warum?

Tatsächlich kann ich mich an keinen einzigen Fall erinnern. Ich hatte bisher nie einen Grund, das Zimmer zu wechseln – nicht einmal im Pennsylvania Hotel in Manhattan, wo ja seinerzeit sogar in den Veranstalterkatalogen kein gutes Haar gelassen wurde. Offenbar habe ich immer Glück.

Ein vielreisender Reisebüro-Inhaber: Jonas Sulzberger auf einer Fähre in New York, vorbei an der Freiheitsstatue.

Mit wem würdest du gerne einmal verreisen – tot oder lebendig?

Ich würde gerne mit meinen Jungs aus der Kanti noch einmal nach Prag reisen (zum Mineralwasser trinken). Während die meisten damals nach Lloret de Mar oder zur Schinkenstrassen gingen, zog es uns nach Prag. Nostalgie-Reise sozusagen.

Welche 3 Dinge im Gepäck dürfen auf keiner Reise fehlen?

Schweizer Schokolade für Fahrer und Reiseleiter, Schweizer Mineralwasser für mich – und ein Schweizer Sackmesser, auch wenn ich davon meistens nur den Flaschenöffner brauche.

Wohin würdest du nie mehr reisen und warum?

Nirgendwohin. Es gibt für mich keine schlechten Destinationen – nur schlechte Planung. Ausgenommen vielleicht längere Aufenthalte am Flughafen Heraklion oder am Frankfurter Hauptbahnhof.

(GWA)