Here & There

Sayo Rivera (Regional Sales Manager Central-South Europe bei Aqua Expeditions, links) und Marlise Eijking (Head of Sales Switzerland bei Ponant) konnten die Vorzüge von Ponant und Aqua Expeditions ausführlich aufzeigen. Bilder: TN

Ponant und Aqua Expeditions setzen auf exklusive Nischen

Rund 25 Schweizer Reiseprofis trafen sich im Zürcher Restaurant «Au Premier» zu einem Frühstücksseminar. Im Fokus standen zwei Schwergewichte des High-End-Segments: Die französische Reederei Ponant und der Boutique-Spezialist Aqua Expeditions zeigten auf, wie sie mit intimen Schiffsgrössen, massgeschneidertem Service und spektakulären Routen den Nerv anspruchsvoller Weltenbummler treffen.

Ponant steht für französisches Flair, Expeditionsgeist und klare Buchungsregeln, erfuhren die rund 25 Reiseprofis am gestrigen Frühstücksseminar im Au Premier Zürich – und dazu noch viel mehr.

Marlise Eijking, Head of Sales Switzerland bei Ponant, gab den anwesenden Branchenprofis einen tiefen Einblick in die DNA der 1988 in der Bretagne gegründeten Luxusreederei. Heute gehört Ponant zur renommierten Artemis Group der Besitzerfamilie Pinault (unter anderem Kering Group mit Marken wie Gucci sowie das Auktionshaus Christie’s). Dieser exklusive Hintergrund spiegelt sich im Konzept des «legeren Luxus» an Bord wider: Vom originalen französischen Baguette und feiner Butter bis hin zum Interieur verströmen die Schiffe frankophilen Charme.

Kleine Flotte, internationale Klientel

Die Flotte hebt sich bewusst vom Massentourismus ab. Das grösste Schiff, die Paul Gauguin, fasst gerade einmal 300 Gäste, während der Dreimaster Le Ponant mit nur 16 Kabinen Platz für 30 Passagiere bietet. Ein technisches Highlight ist die Le Commandant Charcot, der weltweit einzige echte Luxus-Eisbrecher.

Entgegen mancher Vorurteile ist das Publikum laut Eijjking hochgradig international:

  • 50 % Europäer: Davon rund die Hälfte aus Frankreich/Belgien, der Rest verteilt sich auf den DACH-Raum, Grossbritannien und Holland.
  • 30 % Nordamerikaner
  • 20 % Gäste aus Asien und Australien

Die Bordsprachen sind Englisch und Französisch (Deutsch wird nicht gesprochen). Der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 60 Jahren, und die Kundentreue ist enorm: Die Wiederholerquote beträgt über 50 Prozent. Für Alleinreisende bietet Ponant auf über 100 Abfahrten den Verzicht auf den Einzelzimmerzuschlag. Familien sind zwar willkommen (Kinder bis 12 Jahre reisen gratis), jedoch erfordert dies die Buchung einer Suite, da keine Drei- oder Vierbettkabinen existieren; zudem fehlt ein spezifisches Kinderprogramm.

Strategie für den Vertrieb und neue Routen

Für Reisebüros hat Ponant ein attraktives Gruppenangebot lanciert: Bei vier gebuchten Kabinen ist die fünfte Kabine für den Agenten beziehungsweise die Begleitung gratis (es fallen nur die Hafentaxen an). Buchungen sind bis zu 30 Monate im Voraus möglich. Hier gilt das strikte Prinzip: Früh buchen lohnt sich. Die «Ponant-Bonus-Preise» bieten bis zu 30 Prozent Frühbucherrabatt – mit steigender Auslastung ziehen die Preise an. Ein kostenloses Stornierungsrecht bis zwei Wochen nach Buchung bietet zusätzliche Sicherheit.

Die Reiseprofis widmeten sich während den beiden Präsentationen und dem Zuhören einem reichhaltigen Frühstück.

Das Portfolio ist in drei Kategorien unterteilt: Timeless (klassische Kreuzfahrten, oft mit Kultur-Themenschwerpunkten wie der Pariser Oper), Expedition (flexible Zodiac-Anlandungen im ewigen Eis oder in den Tropen mit Wissenschaftlern an Bord) und Discovery (einem Hybrid-Modell mit lokalen Guides und Expeditionselementen).

Die Routen-Highlights der kommenden Jahre:

  • Spitzbergen (ab Sommer 2028): Neue 7-Nächte-Expeditionen inklusive exklusivem Charterflug ab Paris direkt nach Longyearbyen. Für Schweizer wird wegen des frühen Abflugs eine Vorübernachtung in Paris empfohlen.
  • Asien (Herbst 2027 bis 2028): Routen zur Kirschblüte nach Japan sowie Destinationen in Südkorea, den Philippinen, Brunei und Indonesien.
  • Südsee & Baja California: Walbeobachtungen in Mexiko mit Rangern und ausgedehnte Routen in Melanesien.
  • Schnupper-Kreuzfahrten: Kurze Trips im Mittelmeer (z. B. Nizza–Barcelona, 4–5 Nächte) eignen sich ideal für Ponant-Neulinge.

Aqua Expeditions: Massgeschneiderte Jacht- und Fluss-Erlebnisse

Den zweiten Teil des Vormittags bestritt Sayo Rivera, Regional Sales Manager Central-South Europe bei Aqua Expeditions. Das Unternehmen hat sich auf exklusive Fluss- und Jacht-Expeditionen in extrem kleinen Gruppen spezialisiert. Rivera betonte das herausragende Crew-Gäste-Verhältnis von 1:1, das ein absolut personalisiertes Erlebnis sowie zeitloses, modernes Design garantiert.

Aqua Expeditions operiert derzeit mit einer feinen Flotte von sechs Schiffen in hochkarätigen Natur- und Kulturräumen:

  • Amazonas (Peru): Die Aqua Nera (15 Kabinen) und Aria Amazon (20 Kabinen) bieten Dschungel-Expeditionen auf höchstem Niveau – ein grosser Pluspunkt für Reisende: In der bereisten Region ist keine Malaria-Prophylaxe notwendig.
  • Galapagos-Inseln: Hier kreuzt die Aqua Mare, eine luxuriöse Superjacht mit lediglich 7 Kabinen, die sich ideal für exklusive Familien-Charter eignet. Rivera unterstrich die strengen Umweltschutzauflagen und die einzigartige Tierwelt vor Ort.
  • Asien: Die Aqua Mekong bedient den geschichtsträchtigen Fluss in Indochina, während die Aqua Blu (15 Kabinen) die Inselwelt Indonesiens erkundet.
  • Spitzbergen (Neu): Als neuestes Produkt stösst die Aqua Laris zur Flotte, die im Sommer arktische Expeditionen in Svalbard durchführt.
    Kulinarik und Aktivität als Inklusivleistung

Ein zentrales Verkaufsargument für den Schweizer Markt ist die gehobene Gastronomie an Bord, die unter anderem stark von der gefeierten peruanischen Fusionsküche geprägt ist. Zudem sind fast alle Aktivitäten wie Kajakfahren, Schnorcheln oder Trekkingtouren bereits voll im Reisepreis inkludiert (einzig das Tauchen auf den Galapagos-Inseln wird extra berechnet).

Da die Programme online bereits bis ins Jahr 2028 hinein buchbar sind und die Kapazitäten durch die geringe Kabinenanzahl stark limitiert sind, empfiehlt Aqua Expeditions eine sehr langfristige Buchung. Last-Minute-Angebote gibt es aufgrund der hohen Stammkunden-Quote praktisch nicht. Für Expedienten und treue Wiederholer hält das Unternehmen jedoch regelmässig spezielle Promotionen bereit.

Fazit des Vormittags: Der Trend im Luxussegment geht klar weg von grossen Einheiten hin zu maximaler Privatsphäre, Tiefgang bei den Destinationen und hoher Flexibilität. Sowohl Ponant als auch Aqua Expeditions bieten den Schweizer Reisebüros erstklassige Argumente und solide Konditionen, um anspruchsvolle Kunden zu begeistern.

(GWA/CK)