Here & There
MSC treibt Premiumstrategie voran – mehr Yacht-Club-Suiten für Schweizer Markt
Nik EugsterTrotz der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten setzte MSC Cruises an der ITB in Berlin auf den Austausch mit Medien – allerdings bewusst in kleinem Rahmen. In der Berliner Speakeasy-Bar Bellboy trafen sich Vertreter der Reederei und Journalisten zu einem schlichten Get-together, das ganz auf Gespräche und Networking ausgerichtet war. Der Anlass bot aber auch die Gelegenheit, über die aktuellen Entwicklungen bei MSC Cruises zu sprechen. Und dort bewegt sich derzeit einiges, insbesondere im Premiumsegment.
Im Mittelpunkt steht dabei der MSC Yacht Club, das exklusive «Schiff-im-Schiff»-Konzept, das zunehmend auf weiteren Schiffen verfügbar sein soll. Ein wichtiger Schritt ist die umfassende Modernisierung der vier Schiffe der Musica-Klasse. Die MSC Magnifica wurde bereits Ende 2025 mit einem Yacht Club ausgestattet. Der neue Bereich umfasst 63 Suiten, eine Panorama-Bar, ein eigenes Restaurant sowie ein separates Sonnendeck. Ab Sommer 2026 wird das Schiff von Warnemünde aus eingesetzt, bevor es im Januar 2027 zur Weltreise aufbricht – erstmals mit Yacht-Club-Angebot. Die Nachfrage für die World Cruises 2027 und 2028 seien bereits jetzt sehr hoch, verrät Sven Hetzler, Commercial & Office Director des Schweizer Büros von MSC Cruises im Rahmen des Travelnews-Gesprächs an der ITB.
Yacht Club besonders gefragt
Auch die übrigen Schiffe der Klasse erhalten in den kommenden Jahren ein entsprechendes Upgrade. Die MSC Poesia wird im Frühjahr 2026 mit 69 Suiten ausgestattet und anschliessend erstmals auf Alaska-Routen ab Seattle eingesetzt. Die MSC Musica folgt Ende 2026 für die Wintersaison in Südamerika, die MSC Orchestra Anfang 2027 für Mittelmeerreisen ab Bari. Gerade in der Schweiz ist der Yacht Club besonders gefragt. «Wir brauchen mehr Yacht-Club-Kapazitäten in der Schweiz», erwähnt Sven Hetzler. Noch immer werden die höheren Kabinenkategorien im Schweizer Markt überdurchschnittlich nachgefragt. Und dieser Nachfrage wolle man nachkommen, so Hetzler: «Es ist unser Ziel als Marktführer den Markt weiter aufzubauen.»
Parallel baut MSC auch bei Neubauten das Luxussegment weiter aus. Das neue Flaggschiff MSC World Asia, das im Dezember 2026 seine ersten Mittelmeerreisen aufnehmen soll, wird den grössten Yacht Club der gesamten Flotte bieten. Insgesamt sind sieben unterschiedliche Suite-Kategorien vorgesehen, darunter auch eine neue Royal Maisonette Suite mit rund 53 Quadratmetern Fläche auf zwei Ebenen. Sie verfügt über eine private Terrasse mit Whirlpool, getrennte Wohn- und Schlafbereiche sowie einen offenen Wohnraum über zwei Decks.
Ausweitung der Destinationen
Neben dem Ausbau der Schiffe erweitert MSC auch das Destinationsportfolio. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf Alaska. Die MSC Poesia wird in den Sommern 2026 und 2027 jeweils montags ab Seattle starten und Ziele wie Ketchikan, Icy Strait Point, Hoonah, die Tracy-Arm-Passage sowie Juneau und Victoria in British Columbia anlaufen. Gerade solche nördlichen Destinationen passen laut dem neuen MSC-Schweiz-Chef gut zu einem aktuellen Reisetrend. «Coolcation ist momentan ein riesiges Thema», sagt er. «Viele Gäste suchen bewusst kühlere Reiseziele – und Alaska passt perfekt dazu.»
Auch in der Karibik erweitert MSC sein Angebot. Ab der Wintersaison 2027/28 wird die MSC Opera ganzjährig siebentägige Kreuzfahrten ab La Romana in der Dominikanischen Republik anbieten. Je nach Route stehen dabei verschiedene Inseln der südlichen und östlichen Karibik auf dem Programm, darunter Bridgetown, Fort-de-France, Philipsburg oder Willemstad. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Ausbau der Privatinsel Ocean Cay MSC Marine Reserve auf den Bahamas. Bis Ende 2027 soll die Infrastruktur der Insel deutlich erweitert werden. Geplant sind unter anderem ein verlängerter Pier, damit künftig zwei Schiffe gleichzeitig anlegen können, zusätzliche Restaurants und Food-Market-Konzepte sowie neue Freizeitbereiche für Familien. Gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Adults-only-Strand. Ziel ist es, Ocean Cay stärker als eigenständiges Erlebnis innerhalb der Karibik-Routen zu positionieren.
Für den Schweizer Markt setzt MSC weiterhin stark auf die Zusammenarbeit mit Reisebüros. In den kommenden Monaten sind mehrere Webinare geplant, in denen das Sommerprogramm vorgestellt wird. Zusätzlich organisiert die Reederei im Mai zwei Ship Visits im Mittelmeer für Vertriebspartner aus der Deutsch- und Westschweiz. Der weitere Auf- und Ausbau des Schweizer Kreuzfahrtmarktes soll also gemeinsam mit den Vertriebspartnern geschehen, betont Sven Hetzler.