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Zug-Katastrophe in Spanien
Bei einem schweren Zugunglück in Andalusien im Süden Spaniens sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 24 seien schwer verletzt worden, Dies meldete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Polizeieinheit Guardia Civil.
Die Tragödie hatte sich Stunden zuvor ereignet. Gegen 19.40 Uhr war am Sonntag ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba mutmasslich mit Tempo 300 entgleist und auf das benachbarte Gleis geraten, wie die Bahngesellschaft Renfe mitteilte.
Der tragische Zufall wollte es, dass genau zu diesem Zeitpunkt ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe dort vorbeifuhr. Durch den Zusammenprall wurde auch dieser aus den Schienen geworfen. Dessen vorderste beiden Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Tragödie wirft Fragen auf
Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva. Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien dürfte mindestens den ganzen Montag unterbrochen sein. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.
Eine junge Frau kämpfte im Interview des TV-Senders RTVE mit den Tränen, als sie den Alptraum beschrieb, den sie im Iryo-Unglückszug erlebte. «Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.» Ein anderer Passagier, der Journalist Salvador Jiménez, sagte: «Es war wie ein Erdbeben.»
Unter den Todesopfern ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Am frühen Morgen lagen noch mehr als 70 Verletzte in insgesamt sechs Spitälern.
Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unklar. Die Tragödie gibt Rätsel auf. «Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall», sagte Verkehrsminister Óscar Puente. «Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil.» Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.