Flug

Die Herbstferien als Geduldsprobe: viele Passagiere blieben am Boden. Bild: TUIfly

Tuifly rechnet mit Normalbetrieb ab Sonntag

Am Samstag fallen erneut 118 Flüge aus, dann sollte Besserung einkehren. Neben zahlreichen Annullationen in Basel-Mulhouse war auch Zürich von den Turbulenzen betroffen.

Nach den massiven Ausfällen der vergangenen Tage rechnet der Ferienflieger wieder von einem weitgehend normalen Flugbetrieb ab Sonntag aus. "Voraussichtlich werden 115 Flüge starten", teilte die Airline am Freitag mit. Aus operationellen Gründen müsse TUIfly aber am Samstag grosse Teile des Flugprogramms streichen – 118 Flüge seien betroffen. Parallel organisiere TUI Zusatzflüge.

Zuvor hatte der Reisekonzern eingelenkt und war den Forderungen der Arbeitnehmer mit einer mindestens dreijährigen Standort- und Tarifgarantie entgegengekommen. Zudem wurde eine Entscheidung über die geplante Neuordnung nun von Ende September auf Mitte November verschoben, um mehr Zeit für die Suche nach gangbaren Alternativvorschlägen zu geben.

Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass TUIfly in eine neue Dachholding unter Führung von Etihad integriert werden soll. Arbeitnehmervertreter befürchteten Job-Verluste und kritisierten zu unkonkrete Angaben. Seitdem führen kollektive Krankmeldungen der Besatzungen zu Flugausfällen und massiven Verspätungen. Betroffen ist auch Air Berlin, denn ein Drittel der TUIfly-Flotte fliegt samt Crews für die Berliner. TUIfly ist zur Wiederaufnahme der Flüge nun darauf angewiesen, dass sich die Besatzungen wieder zum Dienst melden.

Bei TUIfly waren am Freitag fast alle Flüge ausgefallen. Die Airline versuchte mit gemieteten Maschinen und Crews einen Teil der Ausfälle aufzufangen. Tausende Passagiere waren betroffen. Auch Air Berlin musste nach eigenen Angaben 50 von 90 Flügen streichen. Etwa 45 Prozent des Flugprogramms hätten durch freiwillige Crews von Air Berlin und durch Subcharterflüge aufgefangen werden können, teilte die Airline mit.

TUI beruft sich auf höhere Gewalt

Wegen der Ausfälle sitzen rund 900 Gäste der Thomas Cook-Marken Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Last Minute und Öger Tours in verschiedenen Feriengebieten fest, wie Thomas Cook mitteilte. Um alle Gäste von den Kanaren und aus Griechenland zurück nach Deutschland zu befördern, organisiere das Unternehmen kurzfristig acht zusätzliche Flüge, darunter der konzerneigenen Airline Condor.

Nach den massiven Ausfällen mehrt sich die Kritik am TUI-Konzern, weil er keine Entschädigungen an betroffene Passagiere zahlen will. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) empfahl geschädigten Ferienreisenden, Schadenersatzansprüche bei der Airline anzumelden. Er könne allen Kunden nur raten, ihre rechtlichen Ansprüche geltend zu machen, sagte der CSU-Politiker am Rande der Verkehrsministerkonferenz in Stuttgart. TUI beruft sich auf höhere Gewalt und will Betroffenen nicht entschädigen.

Das Grounding der TUIfly wirkt sich auch in der Schweiz aus: In Basel-Mulhouse wurden die Flüge nach Heraklion, Palma und Gran Canaria annulliert und auch die vier Tuifly-Maschinen, die gestern in Basel hätten landen sollten, blieben auf dem Boden. Schweizer Kunden können gemäss TUI Suisse ihre Flüge kostenlos auf andere Airlines umbuchen.

In Zürich musste Air Berlin am Freitag kurzfristig einen Flug nach Palma de Mallorca streichen. Das Flugzeug sei in Italien am Boden geblieben.  Dort musste es wegen schlechtem Wetter zwischenlanden. Aufgrund der Pflichtarbeitszeit habe die Crew anschliessend nicht mehr nach Zürich weiterfliegen können. Air Berlin konnte in der kurzen Zeit offenbar kein neues Personal auftreiben.

(AWP/TN)