Flug

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Eine B737-800 von Virgin Australia: Die Airline ist in neuen Händen - und damit vorerst gerettet. Bild: Nel-Botha

Virgin Australia wird amerikanisch

Gute Nachrichten für den australischen Flugmarkt: Die konkursite Airline wird dank einem neuen Eigentümer aus den USA weiterfliegen können.

Im April mussten wir vermelden, dass die Fluggesellschaft Virgin Australia insolvent ist. Richard Branson, der Eigentümer der Virgin Group, hatte keine Unterstützung bei der australischen Regierung erhalten; 10'000 Jobs waren auf der Kippe. Doch nun hat der Unternehmer eine Lösung für die Airline gefunden: Das amerikanische Private-Equity-Unternehmen Bain Capital übernimmt die Fluggesellschaft komplett.

Aktuell gehört Virgin Australia einer ganzen Reihe von Aktionären, darunter auch Richard Branson. Bis Ende August soll der Deal durch sein, und Bain Capital ist dann alleiniger Eigentümer der zweitgrössten australischen Airline. Dies hat die mit der Abwicklung des Insolvenzverfahrens betraute Firma Deloitte gemeldet.

Virgin Australia ächzte zuletzt unter einer langfristigen Schuldenlast von rund 5 Milliarden AU-Dollar (rund 3,26 Milliarden Franken), welche bereits vor der Coronavirus-Pandemie angehäuft worden war. Bain Capital will diese abbauen und massiv Kapital einschiessen, und hat laut «BBC» inzwischen versichert, dass man den vorliegenden Turnaround-Plan des Virgin-Managements unterstützen werde und dass möglichst viele Stellen erhalten bleiben sollen.

Für die australische Regierung ist der Deal doppelt positiv: Zum einen musste kein Staatsgeld für die Rettung verwendet werden, zum anderen wurde ein inländische Monopol der Qantas verhindert. Letztere kündigte kürzlich die Streichung von 6000 Stellen an. Denn die Lage ist weiterhin prekär: Noch muss die Reisetätigkeit innerhalb Australiens wieder richtig hochgefahren werden (und für ausländische Touristen ist noch keine nahe Grenzöffnung in Sicht).

(JCR)