Ferienland Schweiz
Wanderwege sollen bikefrei werden
Wer zu Fuss auf Wanderwegen unterwegs ist, kennt die Situation, dass sich Bikende und Fussgängerinnen und Fussgänger den Weg teilen. Das könnte in Zukunft noch häufiger passieren, zumindest, wenn es nach dem Berner Kantonalparlament geht. Der Grosse Rat hat nämlich im bernischen Strassengesetz verankert, dass man sich die Wege künftig grundsätzlich teilen solle.
Die gemeinsame Nutzung der Routen auf dem Sattel und auf Schusters Rappen laufe allerdings an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbei, ist der Verein Berner Wanderwege überzeugt. Wanderwege dienen der Erholung. Doch diese werde gestört, wenn Velos auf den Wanderwegen unterwegs sind und Wandernde dauernd aufpassen müssen, argumentiert der Verein. Für den Verein ist deshalb klar, dass die Entflechtung von Wander- und Bikewegen die bedürfnisgerechte Lösung ist.
«Ich vergleiche die Situation gerne mit dem Strassenverkehr. Autos, Busse, Lastwagen, Fahrräder, Scooter sowie Fussgängerinnen und Fussgänger teilen sich das bestehende Strassennetz. So richtig zufrieden ist aber niemand. Mit den Wanderwegen sieht es ähnlich aus», erklärt Jerun Vils, Geschäftsführer der Berner Wanderwege.
Separates Wegnetz gefordert
In anderen Schweizer Regionen ist die Entflechtung ebenfalls Thema bzw. wurde dort bereits umgesetzt. So hat beispielsweise Davos für die beliebte Route vom Jakobshorn via Sertig zum Rinerhorn weitgehend getrennte Wege geschaffen. Solche Lösungen sind gemäss den Berner Wanderwegen auch im Kanton Bern umzusetzen.
«Theoretisch ist eine Mehrfachnutzung möglich. Doch zielführender und zukunftsträchtig ist eine Entflechtung der verschiedenen Nutzungsgruppen. Eine solche kommt allen Interessierten zu gut und erhöht die Sicherheit», zeigt sich Jerun Vils überzeugt.
Der Verein fordert deshalb die Schaffung eines separaten, klar beschilderten und markierten Mountainbikewegnetzes, das grundsätzlich unabhängig vom Wanderwegnetz geführt ist.
Eigene Trails bevorzugt
Für Planung und Unterhalt der getrennten Infrastruktur – nur in wenigen Fällen und auf kurzen Abschnitten wird es um den Ausbau gehen – braucht es gemäss dem Verein die nötigen Mittel von Bund, Kanton und Gemeinden.
«Weit über die Hälfte aller Wege und Trails im Kanton Bern sind keine Wanderwege. Diese können für die Bikenden genutzt werden. Der Verein Berner Wanderwege hilft gerne mit, die entsprechende Umsetzung voranzutreiben», sagt Jerun Vils. Dies würde sicher im Sinne vieler BikerInnen geschehen. «Kann es befriedigend sein, auf einer Biketour alle paar Meter abzubremsen oder abzusteigen und Wandernde passieren zu lassen? Ich bin sicher, dass auch die Bikenden ihre eigenen Trails bevorzugen.»
Infos: www.bernerwanderwege.ch