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11 Kurztrips mitten ins Schweizer Weltkulturerbe
1 Die Altstadt von Bern hat 1983 das Unesco-Gütesiegel erhalten, gleichzeitig mit dem Stiftsbezirk St. Gallen und dem Kloster St. Johann in Müstair. Schon Goethe rühmte Bern als die schönste Stadt, die er je gesehen habe. Von der Aareschlaufe umgeben, das Alpenpanorama als Kulisse, sechs Kilometer Laubengänge und viele Figurenbrunnen aus der Renaissance. Am besten zu entdecken auf einer schrägen Stadtführung: Etwa jener auf den Spuren des Stadtoriginals Dällebach Kari. Dauer 90 Minuten. www. bern.com.
2 Bereits im Jahr 800 soll Karl der Grosse das Kloster im bündnerischen Val Müstair gegründet haben. Der Einblick ins Mittelalter könnte nicht schöner sein: eine fast vollständig erhaltene Kirche, der grösste frühmittelalterliche Wandmalereizyklus und die romanische Bilderwelt aus dem 12. Jahrhundert können hier entdeckt werden. Der Übernachtungstipp: Das Gästehaus des Klosters zählt neun Zimmer. Die Mahlzeiten werden mit den Schwestern im Speisesaal des Klosters eingenommen. Eine Teilnahme am klösterlichen Gebet ist erwünscht. www.mustair.ch
3 Wandermönch Gallus hat sich im Jahr 612 im Hochtal der Steinach eine Eremitenzelle eingerichtet. Ein Jahrhundert später gründete hier Abt Otmar ein Kloster. Von der barocken Spätblüte zeugt in St. Gallen das einmalige architektonische Ensemble des Stiftsbezirks mit Klosterkirche, Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv — mit einzigartigen frühmittelalterlichen Beständen an Handschriften und Urkunden. www.st.gallen-bodensee.ch
4 Die drei Burgen von Bellinzona, Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro, wurden im 13. Jahrhundert gebaut, wo gleich mehrere Passrouten aufeinandertreffen. Heute ist das Bollwerk der bedeutendste Zeuge der mittelalterlichen Befestigungsbaukunst im Alpenraum. Besuchstipp: Jeden Samstag lockt der Wochenmarkt in die Gassen der Altstadt. www.bellinzonaunesco.ch
5 Diese Welterbestätte, das grösste zusammenhängende vergletscherte Gebiet Eurasiens mit Eiger, Mönch und Jungfrau sowie dem grossen Aletschgletscher, repräsentiert das Herz der Alpen und besitzt auf über 850 Quadratkilometern Landschaften herausragender Schönheit. Von mediterran anmutenden Steppenlandschaften bis zu den Gletschern erstreckt sie sich über alle Vegetationsstufen und ist Beispiel für die Entstehung der Gebirge. Mehrtageswanderungen mit Gepäcktransport organisiert www.swisstrails.ch.
6 Vor 230–245 Millionen Jahren breitete sich hier ein Meeresbecken mit subtropischem Klima aus. Seit 150 Jahren werden in der Region Mendrisiotto, zwischen den südlichen Armen des Luganersees, Fossilien von Reptilien, Fischen und Krustentieren aus den Ge- steinsschichten erforscht. Der Monte San Giorgio ist der Schweizer Saurierberg. Nächsten Samstag, am 13. Okto- ber wird das von Mario Botta umgebaute Fossilienmuseum wiedereröffnet. www.montesangiorgio.ch
7 2007 wurde das Lavaux, wo bereits im 11. Jahrhundert Mönche die steilen Abhänge kultivierten, ins Weltkulturerbe aufgenommen. Die Wanderung von Montreux nach Lausanne durch die Weinterrassen gehört zu den Paradestrecken und bietet Entdeckern einen Lehrpfad. Die Weine geniessen hier einen sehr guten Ruf. Sie lassen sich in den Dörfern Lutry, Saint-Saphorin oder Epesses in aller Ruhe degustieren – und in Rivaz erfährt man im Vinorama viel Wissenswertes. www.montreuxriviera.com
8 Von Filzbach bis Flims führt der Höhenweg durch die Tektonikarena Sardona vorbei an Alpweiden, Bergseen, Fossilfundstellen und Karrenfeldern. Ob Eintages- oder Mehrtagestour: Das geologische Naturerlebnis ist beeindruckend. Als Ausgangspunkte eignen sich Filzbach, Mollis, Engi, Matt, Elm, Flims, Vättis, Weisstannen, Mels, Flumserberg und Murg. www.unesco-sardona.ch
9 Die wohl schönste Bergstrecke der Welt zieht sich von Thusis nach Poschiavo, ein bahntechnisches Meisterwerk auf 130 Kilometern. Die kühn geschwungenen Landwasserviadukte im Gebiet Albula-Bernina sind beeindruckend — vom Bahnwagen aus oder bei der Wanderung entlang der Strecke. Ein Must für einen Besuch ist das jüngst eröffnete Bahnmuseum in Bergün. www.rhb-unesco.ch
10 Das Stadtbild von La Chaux-de-Fonds, 2009 zusammen mit Le Locle ins Unesco-Welterbe aufgenommen, ist gezeichnet durch ein Schachbrettmuster. Die beiden Uhrenstädte stehen für eine ganze Industrieepoche. Eine Stadtwanderung eröffnet den Blick auf versteckte Seiten, auf ausgefallene Gebäude und Fabriken. www.myswitzerland.com/ unesco
11 Rund 1000 prähistorische Siedlungsreste in Seen und Mooren sind in Zentraleuropa bekannt, 56 davon in der Schweiz. Die Pfahlbauten erlauben eine lebendige Einsicht in die Entstehung und Entwicklung früher Agrargesellschaften um die Alpen. Die fünf Pfahlbaudörfer am Bielersee zählen zu den schönsten prähistorischen Stätten der Welt. www.juratroislacs.ch