Destinationen
London bleibt eines der Top-Städteziele
Erneut ist mit London eine europäische Stadt von einem Anschlag betroffen. travelnews.ch hat die führenden Schweizer Reiseveranstalter nach der aktuellen Situation befragt. Das ist passiert:
Am Samstagabend um 22.08 Uhr Ortszeit gingen bei der Londoner Polizei erste Notrufe ein, nachdem ein gemieteter Mini-Van auf der London Bridge mehrere Fussgänger erfasst hatte. Die drei Attentäter suchten danach den nahe gelegenen und bei Touristen beliebten Borough Market auf. Dort wurden sie acht Minuten nach Eingang des ersten Notrufes von der Polizei erschossen.
Sieben Menschen wurden getötet, darunter sollen sich ein kanadischer Staatsbürger sowie mindestens ein Franzose befinden. Weitere 48 Menschen trugen Verletzungen davon, zwei davon sind Deutsche Touristen, von denen sich einer schwer verletzt hat. Das Novotel London Tower Bridge Hotel wurde von der Polizei vorsorglich evakuiert, wie auch alle Bars rund um das Ausgehviertel Borough Market, wie ein Video zeigt:
Auf den Social-Media-Kanälen gab die Polizei Anweisungen, wie sich die Menschen bei einem Anschlag verhalten sollen und bat die User, die Info zu teilen: Man solle sich zuerst in Sicherheit bringen, sich danach vergewissern, dass das Handy auf lautlos gestellt ist und dann die Polizei anrufen.
Über 100 Schweizer waren zum Zeitpunkt des Attentats in London
Schweizer Touristen dürften nicht unter den unmittelbar Betroffenen gewesen sein. Hotelplan Suisse hatte 75 Kunden vor Ort, alle blieben unverletzt: «Wir haben keine Kenntnis von betroffenen Kunden und haben bis jetzt auch keine Rückmeldungen von Kunden erhalten, die vor Ort waren», erklärt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Kommunikationsleiterin von Hotelplan Suisse.
«TUI Suisse hatte zum Zeitpunkt des Ereignisses mehrere Dutzend Gäste in London. Sie alle wurden kontaktiert und sind wohlauf», erklärt Bianca Schmidt, Mediensprecherin von TUI Suisse.
Auch Kuonis Städtereisenspezialist Railtour hatte ein Dutzend Kunden vor Ort. «Alle wurden kontaktiert, keiner war durch das Attentat direkt betroffen», sagt Marcel Schlatter, Mediensprecher Kuoni.
Und der TCS meldet: Von den rund 800‘000 ETI-Schutzbriefinhabern war niemand direkt von den tragischen Ereignissen in London betroffen.
Schweizer Touristen scheinen sich vom Terror in Grossbritanniens Hauptstadt nicht verunsichern zu lassen: «London gehört aktuell zu den Top-Städtereisen-Destinationen. Die London-Buchungen haben nach einem längeren Rückgang bis ca. Herbst 2016 inzwischen wieder etwas aufgeholt und liegen über Vorjahresniveau», berichtet Huguenin-dit-Lenoir.
Die Menschen gewöhnen sich an diese Art von Nachrichten
Und auch bei TUI Suisse spüre man bei London-Reisenden weniger Unsicherheiten als noch im Sommer 2016. «Auch Paris hat sich nach einer kleinen Flaute aufgrund der Anschläge wieder erholt und gehört nach wie vor zu den beliebtesten Städtereisendestinationen», erklärt Bianca Schmidt, TUI Suisse.
Kuoni hat bislang ebenfalls keine Anfragen zu Stornierungen oder Änderungswünschen von London-Kunden festgestellt.
Der Anschlag am Samstag war der dritte in Grossbritannien innert drei Monaten: Ende März fuhr ein Attentäter auf der Westminster Bridge in London in eine Gruppe Fussgänger und tötete anschliessenden mit einem Messer einen Polizisten. Am 21. Mai starben 22 Menschen nach dem Ariana Grande Konzert in Manchester. Diese beiden Anschläge sowie auch derjenige vom Samstag reklamierte der IS für sich.
Ob der jüngste Anschlag kurzfristig Einfluss haben wird, werde man erst in den nächsten Tagen beurteilen können. «Doch die Erfahrung zeigt, dass die Leute rasch vergessen und auch durch das günstige Pfund gerne nach London reisen», sagt Huguenin-dit-Lenoir.
Marcel Schlatter, Mediensprecher Kuoni, erklärt: «Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach London einige Tage zurückhaltender sein wird, sich dann aber wieder normalisieren wird. Es scheint tatsächlich so, als ob sich die Menschen an diese Art von Nachrichten gewöhnen.»
Auch die ETOA befindet London als sicher
In einem offiziellen Statement erklärt auch die European Tour Operators Association (ETOA) London zur sicheren Reisedestination. Man werde als Tourist vermehrte Polizeipräsenz wahrnehmen und bei einigen beliebten Touristenziele wie der Westminster Abbey würden die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft werden. Für Fussgänger sei und bleibe London aber eine der sichersten Städte der Welt.