Trips & Travellers

Port-Air-Inhaber Daniel Roduner spricht im «Travel News Talk» über den Konkurs seines Reisebüros und die schwierige Zeit danach. Bild: TN

Daniel Roduner: «Es ging ein riesiges Loch auf, in das ich hineinfiel»

Nach rund 30 Jahren in der Reisebranche musste Daniel Roduner im Juli mit seinem Reisebüro Port-Air Konkurs anmelden. Im «Travel News Talk» spricht er über die emotionalsten Momente, eigene Fehler und die Frage, wie es für ihn beruflich weitergeht.

Daniel Roduner blickt auf rund 30 Jahre in der Reisebranche zurück. Nach einer Banklehre absolvierte der gebürtige Wädenswiler die Reisefachschule in Aarau. Danach zog es ihn nach Engelberg OW, wo er beim örtlichen Tourismusverein ein Reisebüro aufbaute. Nach einer Zwischenstation bei Wirz Travel in Sarnen OW erhielt er das Angebot, bei Port-Air in Ennetbürgen NW als Geschäftsführer einzusteigen.

Später wurde Roduner auch Inhaber und führte das Reisebüro über viele Jahre erfolgreich. 2027 hätte Port-Air sein 50-jähriges Bestehen feiern können. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Denn: Die vergangenen Jahre hinterliessen tiefe Spuren. Zuerst kam Corona, danach die Pleite des Touristikkonzerns FTI, mit dem Port-Air eng zusammengearbeitet hatte. In diesem Jahr folgte der Iran-Krieg mit starken Auswirkungen auf den Reiseverkehr. Port-Air musste zeitweise Umsatzeinbussen von bis zu 50 Prozent verkraften.

Nach Wochen und Monaten des Abwägens zog Roduner die Reissleine. Am 6. Juli 2026 stellte Port-Air den Betrieb ein. Roduner beantragte beim Kantonsgericht Nidwalden die Konkurseröffnung.

Der schwerste Gang seiner Karriere

Über diesen Moment spricht Roduner in der neusten Ausgabe des «Travel News Talk» sehr offen. «Im Gericht ging es mir sehr schlecht – es flossen Tränen», erzählt er. Gutgetan hätten ihm damals die Worte der Richterin. «Sie hat gesagt, ich habe in dieser Situation alles richtig gemacht und könne das Gericht erhobenen Hauptes verlassen.»

Leichter wurde es danach zunächst nicht. «Die ersten drei Wochen nach der Konkurseröffnung waren eine Katastrophe», sagt Roduner. «Es ging ein riesiges Loch auf, in das ich hineinfiel.» Inzwischen gehe es ihm wieder etwas besser.

Roduner blickt auch selbstkritisch zurück. Gewisse Dinge würde er heute anders machen. In finanziellen Angelegenheiten sei er häufig ein «zu lieber Siech» und zu kulant gewesen. Hatten Kundinnen und Kunden Geld zugute, zahlte er dieses zurück, bevor Port-Air selbst die entsprechenden Beträge erhalten hatte.

Auch Kosten für Umbuchungen habe er immer wieder erlassen. Heute würde er stärker auf die Finanzen und insbesondere auf die Fixkosten achten. «Das habe ich vernachlässigt», räumt Roduner ein.

Im Podcast erzählt er ausserdem, wann für ihn die absolute Blütezeit in der Reisebranche war, wie es für ihn beruflich weitergeht und was mit den Reisen von Kundinnen und Kunden passiert, die vor dem Konkurs bei Port-Air gebucht hatten.

(RSU)