Trips & Travellers
Europas Sehenswürdigkeiten schränken wegen Hitze den Betrieb ein
Der Städtereise-Sommer in Europa bekommt derzeit eine ungewohnte Begleiterscheinung: Während sich Touristinnen und Touristen normalerweise in langen Schlangen vor den bekanntesten Attraktionen sammeln, sind nun Tore geschlossen und Öffnungszeiten verkürzt. Einzelne Programmpunkte fallen laut «Euronews» sogar ganz aus.
Besonders betroffen ist Frankreich. Dort erreichte die Hitzewelle neue Höchstwerte. In Paris reagierten die Behörden mit Einschränkungen bei mehreren der beliebtesten Sehenswürdigkeiten.
Der Louvre schliesst vorübergehend bereits am Nachmittag statt wie gewohnt am Abend. Auch am Eiffelturm wird der Betrieb eingeschränkt: Besucherinnen und Besucher dürfen nur noch bis am frühen Nachmittag hinein, danach bleibt das Wahrzeichen geschlossen. Wer bereits Tickets gekauft hat, erhält eine Rückerstattung.
Auch der Arc de Triomphe reduziert seine Öffnungszeiten, einzelne Ausstellungen im Palais de Tokyo bleiben geschlossen und selbst das Disneyland Paris sperrt zeitweise Aussenbereiche.
Einschränkungen auch in Grossbritannien
Auch in London macht die Hitze den Verantwortlichen zu schaffen. Dort fällt mit der Wachablösung am Buckingham-Palast eine der bekanntesten Touristenattraktionen gleich an mehreren Tagen aus. Soldaten, Pferde und Publikum sollen geschützt werden. Zusätzlich schränkt das V&A-Museum den Zugang zu einzelnen Ausstellungen und oberen Stockwerken ein.
Die Auswirkungen reichen inzwischen über Sehenswürdigkeiten hinaus. In Grossbritannien drosselt der Infrastrukturbetreiber Network Rail die Zuggeschwindigkeiten, um Schäden an Schienen und Oberleitungen zu vermeiden. Auch internationale Reisende sind betroffen: Eurostar streicht einzelne Verbindungen zwischen London und Paris.
Wer in Deutschland angesichts der Hitze in den kommenden Tagen eine geplante Bahnreise nicht antreten will, kann diese kostenfrei stornieren. Die Deutsche Bahn bietet erstmals eine sogenannte Hitze-Sonderkulanz an, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Möglichkeit gilt demnach für Tickets im Fernverkehr bis einschliesslich 30. Juni, die bis zum 23. Juni gekauft wurden.
Die Botschaft für Feriengäste ist klar: Wer diesen Sommer europäische Metropolen besucht, sollte nicht nur Sonnencreme einpacken – sondern auch etwas mehr Flexibilität im Reiseplan.