Trips & Travellers
Matt Huwiler: «Ich hätte schon früher eine anständige Hose tragen sollen»
Er gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Schweizer Reisebranche: direkt, unverblümt, authentisch – und geschätzt für sein enormes Fachwissen aus mehr als vier Jahrzehnten Touristik. In der aktuellen Ausgabe des «Travel News Talk» blickt Matthias «Matt» Huwiler auf seine aussergewöhnliche Karriere zurück.
Der Einstieg in die Branche erfolgte früh. Nach einer Lehre als Betriebsdisponent bei der SBB wechselte Huwiler Mitte der 1980er-Jahre zu Albrecht Reisen in Frauenfeld. Mit knapp 19 Jahren war er bereits Teilhaber der Filiale in Wil. Es war ein früher Hinweis darauf, dass er Verantwortung nie scheut.
Es folgten Stationen, die seine Karriere nachhaltig prägten: Von 1988 bis 1992 war Huwiler Mitgründer und Geschäftsführer von Fantasy Destinations in Orlando. Danach zog es ihn zur CA Ferntouristik, die schliesslich von der FTI übernommen wurde. Während mehr als zehn Jahren wirkte er dort als Managing Director in Dübendorf und München. Zwischen 2004 und 2014 leitete Huwiler bei TUI Suisse die Einheit Flex Travel, bevor er in leitender Funktion zur FTI zurückkehrte.
Der Blick zurück – und nach vorn
Im Juni 2024 verliess Huwiler die FTI – kurz bevor der Konzern Insolvenz anmelden musste. Ob er die Entwicklung vorausgesehen hat? «Ich könnte heute den grossen Held spielen und sagen: Ich sah alles kommen. Aber so war es nicht. Ich hatte ein ungutes Gefühl, mehr nicht», so Huwiler.
Die Pleite seines langjährigen Arbeitgebers habe ihn dennoch getroffen. «Das Ende von FTI ging mir sehr nahe. Für alle Mitarbeitenden und für die FTI selbst. Weniger emotional blickt er auf die Eigentümerseite: «Den Aktionären, die das Unternehmen am Ende gegen die Wand fuhren, trauere ich nicht nach.»
Nach dem Ausstieg war für ihn klar: Noch einmal Grosskonzern kommt nicht infrage. Gemeinsam mit dem früheren TUI-Suisse-CFO Rainer Schenkel gründete er die Beratungsfirma Rahu GmbH.
Rückblickend würde er in seiner Karriere fast alles nochmals gleich machen – mit einer kleinen Ausnahme: «Ich hätte schon früher eine anständige Hose tragen sollen, um von allen sofort respektiert zu werden», sagt Huwiler mit einem Schmunzeln. Die kurze Hose und das T-Shirt hätten ihm den einen oder anderen Weg zunächst erschwert.
Im Talk erzählt Huwiler ausserdem, was ihn bei seiner letzten USA-Reise überrascht – oder eher erschreckt – hat, welche Eigenschaft für ihn in der Chefrolle stets zentral war und wie er seine neu gewonnene Freizeit künftig nutzen möchte.