Travel Tech
Reise in die Zukunft mit Amadeus
Olivia Raths«Der Reisende von morgen will mehr»: Mit diesem Satz lud Amadeus Schweiz zum vierten Amadeus-Travel-Gipfel in Zürich ein, kurz bevor der Swiss Travel Day 2016 seine Tore öffnete. Mehrere Dutzend Gäste waren am frühen Donnerstagmorgen im Café Bovelli zugegen, um mehr über die Reisekundenwünsche von morgen zu erfahren und welch abenteuerliche Internettechnologien diese erfüllen könnten.
Der Ire Michael Flynn, als Geschäfts- und Privatreisender sehr oft unterwegs, erzählte, wie er sein fast reiseloses Farm-Leben in einen reisedominierten Alltag in einer zürcherischen Diagnostikfirma eintauschte. Besonders gut in Erinnerung ist ihm seine erste Flugreise im Alter von 22 Jahren geblieben: Beim Check-in habe ihm die Dame am Schalter «a safe flight» gewünscht, worauf er erst einmal leer geschluckt habe. Mit der Angst vor einem womöglich unsicheren Flug habe er die Reise nicht richtig geniessen können.
Flynn, der seit 27 Jahren in der Schweiz lebt, kam zum Schluss, dass das Verhalten der bei einer Reise beteiligten Menschen gegenüber dem Kunden essentiell sei, damit dieser sich wohlfühlen kann. «People can make or break a travel experience.» Zudem hat Flynn auf den vielen darauffolgenden Geschäfts- und Privatreisen herausgefunden, was es für einen reibungslosen Ablauf von der Buchung über die Reise bis zum Feedback im Nachhinein braucht. «Am liebsten plane ich eine Reise auf einen Schlag – mit allem, was dazugehört.» Ein besonderes Anliegen ist ihm, dass er weiss, wohin die persönlichen Daten gehen, die bei den Onlinebewertungen von Flug, Hotel & Co. durch den Kunden preisgegeben werden.
Das Flugzeug durchs Café bewegen
Alles auf einen Schlag buchen – hierfür gibt es immer mehr Möglichkeiten. Eine davon demonstrierte Kristian Schuhmacher, Chief Innovation Buddy von Amadeus in Frankfurt. Der Futurist und Software-Ingenieur setzte eine Google-Brille auf. Damit das Publikum seine Sicht miterleben konnte, übertrug Schuhmacher das, was er sah, auf eine Leinwand. Plötzlich schwebte eine Boeing 747 vor den Gästen im Café, die er mit Handbewegungen drehen und wenden konnte. Mit einer kurzen Fingerbewegung gewährte er Einblick ins Innere der Maschine. «So können Sie den Kunden in 3-D zeigen, wo die besten Flugzeugsitze sind.»
Nach einer weiteren Handbewegung Schuhmachers lag plötzlich eine virtuelle Weltkarte am Boden, in die er hineinzoomte und Flugdestinationen antippte – worauf eine Übersicht möglicher Flugverbindungen aufploppte. Staunen, Raunen und Schmunzeln im Publikum. Aber auch Sorgen, dass vor lauter Datenströmen die Privatsphäre des Menschen verschwinden könnte, je nachdem, wohin die Daten fliessen würden und was damit gemacht werde. Wie auch immer: Cornel Küng, General Manager von Amadeus Schweiz, sinnierte mit einem Augenzwinkern: «Vielleicht verfolgen Sie als Publikum den nächsten Amadeus-Travel-Gipfel ja von zu Hause aus mit einer Google-Brille.»