Tourismuswelt

Sunday Press Schlechte Noten für Italiens Strände

Eine Umweltorganisation hat an 265 Stränden Meerwasser entnommen und übt Kritik – und Amsterdam hat genug von den Touristen.

In der „NZZ am Sonntag“ ist heute zu erfahren, dass in Italien viele Strandbesucher in verschmutztem Wasser baden. Die Umweltorganisation Legambiente hat während eines zweimonatigen Segeltörns an 265 Stellen das Meerwasser getestet. Das Resultat ist verheerend: Jede zweite Wasserprobe sei stark bis sehr stark mit Bakterien verunreinigt. An Mündungen von Flüssen und Kanälen sei die Verunreinigung am schlimmsten. Am schlechstesten kommen Badestrände in Kalabrien weg. Gelobt werden Sardinien und Apulien.

In einem weiteren Artikel schreibt die Zeitung über die enormen Kosten, die streikende Fluglotsen auslösen. Die Beratunsgfirma PwC beziffert die angefallenen Kosten in den Jahren 2010 bis 2015 auf zehn Milliarden Franken, die der Tourismusindustrie, den Passagieren und den Airlines entstanden. Der Flugverkehr sei in dieser Zeit während 213 Tagen beeinträchtigt gewesen, mehr als 30'000 sind ausgefallen. Am häufigsten streiken die Air-Traffic-Controller in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien.

Zu den Bombenanschlägen in Thailand ist zu erfahren: die Motive und Drahtzieher bleiben vorerst unbekannt. Die Polizei werde die Beweise und DNA-Spuren bald abschliessen. Hinter den Anschlägen vermutet die Polizei Gegner der Militärregierung. Und wie geplant haben die Feiern zum 84. Geburtstag von Königin Siriki stattgefunden.

Ein Thema in allen Sonntagszeitungen ist die irre Attacke eines 27-Jährigen auf Bahnpassagiere im St. Galler Rheintal. Mit brennbarer Flüssigkeit hat der Mann gestern Nachmittag eine Frau attackiert. Sieben Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Auf die Alp statt nach Amsterdam

Die „Sonntagszeitung“ schreibt über den Dichtestress in der Touristenhochburg Amsterdam. Die Stadt überquillt, in diesem Jahr werden 17 Millionen Besucher entlang der Grachten erwartet. Bürgermeister Eberhard Van der Laan hat nun einen Hilferuf von sich gegeben, „Amsterdam ist voll“, Touristen sollen bitte in Den Haag oder Rotterdam schlafen. Und auf Werbung für seine Stadt verzichtet Van der Laan künftig komplett.

Kein Dichtestress ist auf Schweizer Alpen auszumachen – aber ein Boom bei Älplern, die sich touristisch engagieren, um zusätzlich zu verdienen. Bereits in 200 bis 250 Alphütten werden Übernachtungsmöglichkeiten angeboten und die Älpler betätigen sich neben dem Melken und Füttern auch als Gastwirte, Hoteliers, Fremdenführer, Sportmanager oder Verkäufer ihrer frischen Produkte. 2017 wird Schweiz Tourismus alle Anbieter auf einer zentralen Buchungsplattform präsentieren. Gleichzeitig wird eine Werbekampagne mit dem Titel „Zurück zur Natur“ lanciert.

Besitzer von Ferienhäusern im Ausland sollten den Artikel über den Automatischen Informationsaustausch lesen. Denn mit dem Abkommen zwischen der Schweiz und 28 EU-Staaten dürften Ferienhausbesitzer künftig zur Kasse gebeten werden. Bisher haben viele, insbesondere Secondos, das Haus den Schweizer Steuerbehörden nicht gemeldet und dürften nun bald auffliegen. Zudem geht die Zeitung auf die derzeit sehr tiefen Asien-Flugpreise der Swiss ein, für 589 Franken gibts Tickets nach Bangkok, für 679 Franken nach Hongkong.

Der lange Wege der Postkarte

So schlecht die italienischen Strände wegkommen, so gut steht die italienische Post da. Denn der „Sonntagsblick“ hat den Postkarten-Test durchgeführt; und sich aus zehn Ferienorten Feriengrüsse auf die Redaktion schicken lassen. Das Ranking anhand der anfallenden Zustellungstage sieht so aus:

  1. Engadin, 3 Tage
  2. Sizilien, 3 Tage
  3. Südtirol, 4 Tage
  4. USA, 8 Tage
  5. Frankreich, 10 Tage
  6. Griechenland, 11 Tage
  7. Norwegen, 12 Tage
  8. Ungarn, 13 Tage
  9. Russland, 20 Tage
  10. Brasilien, 24 Tage

Die „Schweiz am Sonntag“ geht auf den aktuellen Skandinavien-Boom ein. Neben den westeuropäischen Badestränden in Spanien und Italien gehören Länder wie Norwegen, Dänemark, Finnland und Island derzeit zu den Abräumern. „Wir werden von Aufträgen und Buchungen zurzeit überrollt“, sagt Philipp Jordi, Geschäftsführer von Glur Reisen. Das Gästeplus liege bei 10 Prozent, der Umsatz bei plus 20 Prozent, weil teurere Arrangements gefragt seien. Jordi stockt sein Team nun auf.

Albanien, Puszta, Vancouver

Auf den Reiseseiten zelebriert die „NZZ am Sonntag“ Ferien an der albanischen Riviera. In Sarandë und Dhërmi erfolge der Übergang vom Strand- zum Partyleben nahtlos, das Wasser in Ksamil erinnere an die Südsee. Die „Schweiz am Sonntag“ widmet sich ebenfalls der Adriaküste und erzählt die Geschichte von der kleinsten bewohnten Insel Kroatiens, Krapanj, wo bis in die 60er-Jahre des Geschäft der Schwammtaucher blühte. Die „Zentralschweiz am Sonntag“ ritt durch die ungarische Puszta, die „Sonntagszeitung“ hat sich von Vancouver begeistern lassen und der „Sonntagsblick“, wie schon die „Schweiz am Sonntag“ letzte Woche, wirft ein Auge auf die Schweizer Bergseen – die beschriebene, sechsstündige Wanderung von Wasserauen nach Brülisau führt entlang dem Seealp-, Fälen- und Sämtisersee.

(GWA)