Tourismuswelt

Das Manoir in Vevey. Bild: chaplinsworld.com

Ein Museum für Charlie Chaplin

15 Jahre dauerte es, bis das ehemalige Zuhause von Chaplin im waadtländischen Vevey als Museum eröffnen konnte.

Die letzten 24 Jahre seines Lebens verbrachte Charlie Chaplin (1889-1979) in der Villa in Vevey. Zuletzt wohnten darin zwei seiner Söhne mit ihren Kindern. Um das beeindruckende Erbe der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, mussten die Nachfahren ausziehen, was sie nach eigenen Aussagen aber gerne gemacht haben. Sie hatten auch rund 15 Jahre Zeit, sich auf diesen Schritt vorzubereiten. So lange dauerte es nämlich, das 60-Millionen-Projekt umzusetzen.

Am Tag der Eöffnung wäre der grosse Künstler 127 geworden. In der Villa erhalten die Gäste Einblick ins private Leben im restaurierten Manoir de Ban wie auch in Chaplins filmerisches Schaffen, das im sogenannten Studio, einige Schritte neben dem Haus, zu sehen ist.

Das FBI entzog ihm die Wiedereinreisegenehmigung

Chaplin parodierte immer wieder die amerikanische Gesellschaft und schaffte es den einfachen Menschen wie auch den Intellektuellen zum Lachen zu bringen. Obwohl er sich ernsten Themen widmete, waren seine Filme Komödien. Chaplin wurde bald dem amerikanischen Staatsapparat verdächtig. Nachdem das FBI ihm die Wiedereinreisegenehmigung für die USA entzog, entschied er sich, in die Schweiz zu ziehen. Er kaufte das Landgut Manoir de Ban im Örtchen Corsier, oberhalb von Vevey. Mit seiner Frau Oona und seinen acht Kindern verbrachte er hier die letzten 25 Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 1977.

Drei Zimmer wurden analog der 70er-Jahre nachgebaut: die Bibliothek, das Wohnzimmer und das Esszimmer, wo originale Video-Aufnahmen der Familie am Tisch gezeigt werden. Das Studio umfasst unter anderem einen Kinosaal mit 150 Plätzen und verschiedene Filmdekors. Auf 1350 Quadratmetern erhalten die Besucher beispielsweise Einblick in die Strasse in London, wo Chaplin zur Welt kam, das Leben im Zirkus, das Chaplin so sehr geprägt hatte oder den Barbier-Salon aus dem Film «Der Grosse Diktator».

Wer nach dem Besuch hungrig geworden ist, kann sich im Restaurant im ehemaligen Gutshof verpflegen. Auch der grosse Park, in dem Chaplin täglich mit seiner Familie spazieren ging, steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Chaplin's World

(TN)