Tourismuswelt

Touristen in Paris halten die Erinnerung an den Arc de Triomphe de l'Étoile in Paris auf Bildern fest. Bild: Mika Baumeister

Der Tourismus wächst immer weiter

Im Jahr 2019 wurden weltweit 1,5 Milliarden internationale Touristenankünfte verzeichnet. Das entspricht einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Schon das zehnte Jahr in Folge verzeichnet der globale Tourismus ein Wachstum. Im 2019 wurden 1,5 Milliarden internationale Touristenankünfte gezählt. Das sind vier Prozent mehr als noch 2018, wie der UNWTO-Welttourismusbarometer festhält. In allen Regionen der Welt stiegen die Ankünfte und dies obwohl der Brexit, der Zusammenbruch vom Reisegiganten Thomas Cook und verschiedene soziale Spannungen für Unsicherheit sorgten. Sicherlich trugen diese Umstände aber zu einer Verlangsamung der Entwicklung bei. Im Jahr 2018 wuchsen die internationalen Ankünfte um sechs Prozent, 2017 sogar um satte sieben Prozent.

Für das laufende Jahr 2020 wagt man deshalb eine etwas zurückhaltende Prognose. Es wird mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent gerechnet. UNWTO-Generalsekretär Surab Pololikashvili appellierte in einer Präsentation daran, dass nicht nur ein kontinuierliches Wachstum angestrebt werden soll sondern der Tourismus per se besser werden muss. Nur so bleibe der Sektor in Zeiten von Unsicherheit und Veränderung ein zuverlässiger Wirtschaftssektor. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Exportsektoren und schafft unzählige Arbeitsplätze.

Spitzenreiter Naher Osten

Um acht Prozent sind die internationalen Touristenankünfte im Nahen Osten gewachsen. Mit einem fast doppelt so schnellen Wachstum als der weltweite Durchschnitt ist die Region die am meisten gewachsene im vergangenen Jahr. Obwohl sich das Wachstum in Asien und im Pazifik verlangsamte, ist es mit fünf Prozent mehr Ankünften trotzdem noch überdurchschnittlich.

Der Tourismus in Europa wächst mit vier Prozent gleich schnell wie der globale. Er ist führend in Bezug auf die internationalen Ankünfte: 743 Millionen Touristen landeten auf dem Kontinent, was 51 Prozent des globalen Marktes entspricht. Auf dem amerikanischen Kontinent wuchs der Tourismus verhalten um zwei Prozent. In Afrika wuchs der Reisesektor um vier Prozent.

Obwohl sich die weltweite Konjunktur im 2019 eher abschwächte, stiegen gleichzeitig die Tourismusausgaben in den meisten Teilen der Welt. Frankreich ist unter den zehn wichtigsten zehn Auslandsmärkten der Spitzenreiter in Bezug auf den stärksten Anstieg der Tourismusausgaben – diese wuchsen um 11 Prozent. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen das absolute Wachstum mit 6 Prozent aufgrund des starken Dollars an. Einige grosse Schwellenländer wie Brasilien und Saudi-Arabien meldeten jedoch Rückgänge bei den Tourismusausgaben. China, der weltweit wichtigste Quellmarkt, verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 einen Anstieg der Auslandsreisen um 14 Prozent, obwohl die Ausgaben um 4 Prozent zurückgingen.

«Die Zahl der Destinationen, die 1 Milliarde US-Dollar oder mehr aus dem internationalen Tourismus verdienen, hat sich seit 1998 fast verdoppelt», fügt Pololikashvili hinzu. «Die Herausforderung, vor der wir stehen, besteht darin dafür zu sorgen, dass die Vorteile so weit wie möglich geteilt werden und niemand zurückbleibt.» Es sei wichtig, dass der Tourismus auch in ländlichen Gebieten zu einer positiven Entwicklung führe und so alle Regionen profitieren.

(NWI)