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Charme-Offensive der Swiss im Hangar
Reto SuterDie Beziehung zwischen Airlines und Reisebüros ist mitunter eine heikle – oft geprägt von enger Zusammenarbeit, aber auch von Frustmomenten: Verspätungen, kurzfristige Flugannullationen, Umbuchungen, Diskussionen über Rückerstattungen und drohende ADMs bei Ticketfehlern können im Arbeitsalltag schnell für Ärger sorgen. Umso bemerkenswerter ist es, wenn eine Airline ganz bewusst den Dialog sucht – und genau das tat die Swiss jetzt am Flughafen Zürich.
Gemeinsam mit dem Schweizer Reise-Verband (SRV) lud die nationale Airline Schweizer Reiseprofis zu einem besonderen Anlass: einem Workshop- und Netzwerk-Event im Hangar. Rund 120 Agentinnen und Agenten folgten der Einladung am frühen Dienstagabend (17. Juni).
Praxisnaher Austausch mit Aha-Momenten
Nach der Begrüssung durch Julia Wetter-Studinka, Head of Sales Switzerland bei der Lufthansa Group, begaben sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen auf eine Art Lernparcours – aufgeteilt auf vier interaktive Workshop-Stationen.
Dort ging es praxisnah zur Sache: Welche Gruppenbuchungsfehler lassen sich vermeiden? Welche Umbuchungen und Namenskorrekturen darf ein Reisebüro selbst durchführen – und in welchen Fällen braucht es einen Waiver? Wann droht ein ADM? Womit darf man beim Agency Support rechnen – und womit eben nicht?
Neben kurzen Theorie-Inputs und Präsentationen sorgten Quizrunden und Glücksräder für aufgelockerte Stimmung. Viele nutzten die Gelegenheit auch, aktuelle Problemfälle direkt mit den Expertinnen und Experten zu besprechen – ein klarer Mehrwert, wie die vielen Rückmeldungen zeigten.
Begleitet von einem Apéro riche richteten im Anschluss Andreas Gerber (Head of Touristic Sales Switzerland, Lufthansa Group), Stefan Bürgi (Head of B2B Sales Servicing Switzerland & Competence Center Basel), Oliver Buchhofer (Chief Operating Officer, Swiss) und Jessica Barbagallo (Head of Maintenance, Swiss) das Wort an die Anwesenden. Danach bot sich den Teilnehmenden die exklusive Gelegenheit, den bereitstehenden Airbus A320neo zu besichtigen.
Nach vier Stunden ging es zurück ins Terminal – mit zahlreichen neuen Impulsen, wertvollem Know-how und dem Gefühl, als echter Partner wahrgenommen zu werden. Denn genau das war es, was viele Agentinnen und Agenten besonders positiv hervorhoben: Das Signal, dass die Swiss den stationären Vertrieb ernst nimmt und aktiv den Austausch sucht.
Nicht alle waren restlos begeistert – einige besonders erfahrene Reiseprofis wünschten sich tiefere Inhalte oder spezifischere Lösungsansätze. Dennoch: Der Tenor war überwiegend positiv.
Fazit: Ein gelungenes Format, das Wissensvermittlung, Austausch und Wertschätzung gekonnt kombiniert hat. Und ein starkes Zeichen: Wenn Airlines und Reisebüros sich auf Augenhöhe begegnen, kann aus einer oft komplizierten Beziehung eine produktive Partnerschaft werden.