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Gehen optimistisch an den Start ins 2017: Pino Andreano, Kurt Eberhard und Tim Bachmann. Bild: TN

Gelingt Hotelplan Suisse die Trendwende im 2017?

Gregor Waser

Die Zeichen für die neue Saison stehen bisher gut: dank ausgebautem Mittelmeer-Angebot und guten Buchungseingängen insbesondere auf der Langstrecke.

«Wir sind Berufsoptimisten», sagte heute Morgen Kurt Eberhard, CEO von Hotelplan Suisse, an einer Pressekonferenz im Hotel Schweizerhof in Zürich vor einem Dutzend Journalisten – der Saisonausblick steht an für den Winter 2016/2017 und den Sommer 2017. «In den letzten beiden Jahren hatten wir mit harten Rahmenbedingungen zu kämpfen. Wir und die gesamte Branche sind mittlerweile Profis im Krisenmanagement». Doch nun seien die ersten Anzeichen für die angelaufene Saison positiv, «wir stellen fest, dass für den Sommer 2017 wieder frühzeitiger gebucht wird».

Beim Blick zurück auf das abgelaufene Jahr spricht Eberhard von einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Bei der Destinationshitparade schwingen beim Umsatz Spanien, USA, Griechenland, Kreuzfahrten, Thailand und Zypern obenauf – nach Passagieren gemessen figuriert auch Deutschland auf den Top-Plätzen, dies vor allem dank einem Boom Richtung Europa-Park. Shooting-Star 2016 war Zypern mit dem grössten Passagierzuwachs, dahinter folgen Spanien, Deutschland, Kuba und Norwegen. Den grössten Passagierrückgang verzeichneten die Türkei, Ägypten, Tunesien, Frankreich und Marokko.

Und auf die Frage, inwiefern die Wahl Donald Trumps ins US-Präsidium schon Auswirkungen fürs Reisejahr 2017 gezeigt habe, sagt Kurt Eberhard: «Das ist zu früh für eine Einschätzung. Wir verzeichneten schon in der Ära Bush einen Rückgang und bei Obama einen Aufschwung». Doch das hätte auch mit der Währung zu tun gehabt, die Wechselkurssituation wiege schwerer als die politischen Rahmenbedingungen, glaubt Eberhard.

Mit Edelweiss als Hauptpartner

Badeferien-Chef Tim Bachmann hat das Menü für den Sommer angerichtet – und dabei einen markanten Shift vorgenommen. Vom letztjährigen Prioritätspartner Air Berlin wurden wegen der aktuellen Unsicherheiten um die deutsche Airline rund 80 Prozent der Kontingentsplätze umverlagert. Zum Hauptpartner im Sommer 2017 avanciert Edelweiss ab Zürich. Ebenso kommt Helvetic Airways mit Abflügen ab Zürich und Bern zum Zug. Weitere Plätze bezieht Hotelplan Suisse bei Aegean, Tunir Air, Croatia Airlines und weiterhin auch bei Air Berlin. «Wir verzichten aber auf Vollcharter ab Zürich, dafür bieten wir mehr Flugtage und mehr Flexibilität», ergänzt Bachmann.

«Kreta, Zypern, Mallorca und die Kanarischen Inseln» nennt er als die Boomziele im Sommer 2016, Passagiere verloren hätten Hurghada, Mykonos, Korfu, Kos und vor allem die Südtürkei. Intererssant ist auch der Blick auf die Städtestatistik bei Hotelplan Suisse, ein Gebiet, das ebenfalls Tim Bachmann untersteht. Barcelona, Palma, Porto, Bordeaux, Madrid und Lissabon haben 2016 deutlich zugelegt. Paris hat deutlich eingebüsst, auch im Winter zeichne sich noch kein Aufschwung ab. London hätte bis zum Brexit deutlich verloren, mit dem tiefen Pfund ist es aber wieder zu einer Trendwende gekommen.

Für 2017 rechnet Bachmann erneut mit einem Zypern-Boom. Die Hotels Nissi Beach (Nr. 1) und Napa Mermaid (Nr. 3) gehören neben dem Kernos auf Kreta (Nr. 2) zu den meistgebuchten Hotelplan-Badeferienhotels im abgelaufenen Jahr. Neben Zypern rechnet Bachmann auch mit einem starken Jahrgang in Griechenland und auf Mallorca, wo mit den SOM Hotels (5 Boutique Hotels) eine Kooperation eingegangen wurde. Und ein weiteres voraussichtliches Boomziel 2017: Kroatien. Hier setzt Hotelplan vor allem auf den Süden rund um Dubrovnik, wo die Hotelqualität besser sei als im Norden.

Amerika und Kreuzfahrten

Longhaul-Chef Pino Andreano, der auch die Spezialisten unter sich hat, verzeichnet ein gutes 2016. Die Langstrecken sind gefragt – und dürften es auch 2017 sein. Im Vergleich der aktuell eingegangen Buchungen liegen Ozeanien, Lateinamerika/Karibik und Nordamerika im Plus, Asien liegt leicht im Minus. Aber ebenso im Plus liegen deutlich die Kreuzfahrten und die Europa-Spezialisten.

Neuerlich im Angebot im kommenden Jahr hat Hotelplan Suisse etwa Tromsö in Norwegen. Vom Online-Hype spürt Andreano wenig. Waren es im abgelaufenen Jahr nur 10 Prozent der Buchungen die online getätigt werden, sind es im angelaufenen Jahr derzeit 12.

Migros Ferien noch stärker auf der Langstrecke

Stark punkten im abgelaufenen Jahr konnte auch die Direktmarke Migros Ferien. Total gingen 75 Prozent der Buchungen online ein (bei den Hotelplan-Marken liegt der Anteil bei 17,5 Prozent, insgesamt bei Hotelplan Suisse bei 30 Prozent). Und nun baut Migros Ferien im kommenden Jahr vor allem die Langstrecke aus. Diese Ziele werden angepeilt: Mauritius, Malediven, Seychellen, Dubai, Abu Dhabi, Miami, DomRep und Thailand. Bezügliche Online-Buchungen: insgesamt beläuft sich der Anteil bei Hotelplan Suisse auf 30 Prozent.

Weiter gab Hotelplan Suisse einige weitere interessante Facts an der heutigen Pressekonferenz bekannt. Im letzten Jahr hat Hotelplan Suisse als Veranstalter 420'000 Kunden abgewickelt, 211'000 davon in den 107 eigenen Filialen. Eine CO2-Kompensation buchen 14 Prozent der Hotelplan-Kunden. Die neue App Holiday Box wurde schon 28'000 Mal runtergeladen, 7000 Kunden nutzen sie monatlich. Und das Verhältnis von klassischen Angeboten und dynamischen Packages hat sich bei den Hotelplan-Badeferien in den letzten vier Jahren deutlich verändert. 2012/13 lag das bei Verhältnis 95 zu 5 Prozent, 2016/17 liegt es nun bei 63 zu 37 Prozent.