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Diese Instagram-Beiträge von Let's go Tours sind nach einem Hackerangriff und der anschliessenden Löschung des Accounts verloren gegangen. Bild: Let's go Tours

Hacker-Angriff löscht zehn Jahre Instagram-Geschichte

Zehn Jahre Arbeit, unzählige Reisegeschichten und eine treue Community: Für den Schweizer Reiseveranstalter Let's go Tours ist all das auf Instagram plötzlich verschwunden. Nach einem Hackerangriff hat die Plattform den Account gelöscht.

Der Zeitpunkt hätte kaum ungünstiger sein können. Ausgerechnet als sich Kim Zürcher, Head of Marketing bei Let's go Tours, in die Kurzferien verabschieden wollte, schlugen Hacker zu. Unbekannte verschafften sich Zugriff auf das Instagram-Profil des Reiseveranstalters und verschickten eine verdächtige Nachricht an sämtliche Follower.

Viele Empfänger meldeten die Nachricht bei Instagram. Gleichzeitig versuchte das Team fieberhaft, die Kontrolle über den Account zurückzugewinnen. Mit Erfolg: Noch bevor Zürchers Flugzeug abhob, war das Profil wieder in den Händen des Reiseveranstalters. Die Community wurde über den Vorfall informiert. Für Zürcher hiess es endlich: Flugmodus an.

Instagram kennt kein Pardon

Die Erleichterung währte jedoch nur kurz. Zwei Wochen später folgte der nächste Schock. Instagram teilte mit, dass das Profil gegen die Richtlinien verstosse und gelöscht werden solle.

Die beanstandeten Aktivitäten stammten laut Let's go Tours ausschliesslich aus der Zeit des Hackerangriffs. Trotzdem blieb der Versuch erfolglos, die Hintergründe zu erklären. Der automatisierte Überprüfungsprozess bot nach Darstellung des Unternehmens keine ausreichende Möglichkeit, den Sonderfall und die vorhandenen Belege darzulegen.

Am Ende stand der endgültige Entscheid: Der Account wird gelöscht. Zehn Jahre Instagram-Geschichte waren damit verloren.

Für Kim Zürcher war das ein harter Schlag. Sie hatte den Kanal bereits während ihres Praktikums bei Let's go Tours vor rund zehn Jahren betreut und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Neben Reiseinspirationen und Eventrückblicken gehörten auch persönliche Einblicke der Mitarbeitenden dazu.

Was folgte, waren intensive Recherchen und zahlreiche Versuche, den Account doch noch zu retten. Mehr als 20 zusätzliche Arbeitsstunden investierte Zürcher dafür, häufig abends oder am Wochenende. Ohne Erfolg.

Die Marketingchefin spricht offen über ihren Frust und die eine oder andere Träne. Besonders schwer wiegt für sie das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber einem automatisierten Verfahren, bei dem eine persönliche Erklärung kaum möglich war.

Neustart statt Resignation

Inzwischen hat das Team in Schaffhausen einen Schlussstrich gezogen. Nicht unter die eigene Instagram-Präsenz, sondern unter die vergeblichen Rettungsversuche. Let's go Tours startet auf der Plattform noch einmal bei null.

Unter @letsgotours.ch soll eine neue Community entstehen. Dabei setzt der Reiseveranstalter auf die Unterstützung seiner bisherigen Follower und der Schweizer Reisebranche.

«Zehn Jahre Instagram-Geschichte können wir nicht zurückholen. Aber gemeinsam können wir die nächste beginnen», sagt Kim Zürcher gegenüber Travelnews.

Als Dankeschön für die Unterstützung kündigt Let's go Tours bereits eine Gewinnkampagne mit Überraschungen an. Für Zürcher und ihr Team ist der Neustart nach den turbulenten Wochen auch eine Frage der Haltung: Aufgeben kommt nicht infrage.

(TN)