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Kinderspass im Tahiti Playa an der Costa Brava: Spanien ist auch in diesem Jahr ein beliebtes Familienziel.

Rettungsinseln Balearen — sonst blieb das Sommergeschäft flau

Robert Wildi

Die spanischen und einige griechische Inseln haben die schleppenden Sommerbuchungen einigermassen gerettet. Gefloppt haben Ägypten, Tunesien und die Türkei. Das sagen die Reiseveranstalter zum Sommergeschäft.

Der Schweizer Sommer war heiss und schön. Ein guter Reisesommer sieht für Reisebüros und Veranstalter anders aus. Andi Restle, Chef von ITS Coop Travel, verzeichnet 30 Prozent Einbussen gegenüber dem Vorjahr bei Passagierzahlen und Umsatz, so sein ernüchterndes Zwischenfazit des Badeferiengeschäfts nach Abschluss der Juli-August-Hochsaison. Gut gelaufen seien einzig die griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos sowie die Kanaren. Satte Einbussen erlitt der Veranstalter hingegen in der Südtürkei. «Ägypten, das weiter unter der unsicheren politischen Lage leidet, liess sich nur mit erheblichen Preissenkungen verkaufen», sagt Restle.

Mit ein Grund für die Misere: Nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank (SNB) im Januar, mitten in der Sommerbuchungsperiode, konnte ITS Coop die Preise nur um 10 Prozent senken. «Wir hatten den Hauptteil unseres Euro-Währungsbedarfs zuvor mittels Termingeschäften zum alten Kursniveau gesichert», begründet Restle. Dadurch gingen alle Preissenkungen zu Lasten des Ertrags. Und: «Wir konnten trotz aller Anstrengungen nicht verhindern, dass offenbar sehr viele Kunden bei grenznahen ausländischen Veranstaltern gebucht haben.»

Rekord in Spanien

Viele Schweizer nutzten heuer die Gunst der Stunde und sicherten sich vor allem in deutschen Reisebüros echte Sommerferienschnäppchen zu Euro-Preisen. Um diesen Buchungstourismus einzudämmen, gewährten auch andere Schweizer Veranstalter nach dem SNB-Entscheid teils grosszügige Euro-Rabatte bis zu 20 Prozent. Sowohl TUI Suisse wie Hotelplan Suisse sprechen von Passagierzuwächsen. «Beim Umsatz haben wir indes ‹nur› das Vorjahresniveau erreicht, da die Ferien aufgrund des Euro-Kurses deutlich günstiger geworden sind», erklärt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin.

Was die Sommertrendziele anbetrifft, tönt es überall ähnlich. Trumpf waren die Destinationen im Euro-Raum. «Spanien, vor allem Mallorca, und die griechischen Inseln waren für Reisen im Juli und August bei uns am stärksten nachgefragt», bestätigt Roland Schmid, Sprecher bei Tui Suisse. Kreta, Rhodos, Mykonos, Santorini, Zakynthos sowie Mallorca, Menorca und Gran Canaria führen die Hitliste bei Kuoni an. «Kroatien und Zypern liefen ebenfalls gut», fügt Sprecher Peter Brun an. Spanien meldet gar einen Rekordsommer: Im Juli verzeichnete Spanien mit 8,8 Millionen internationalen Ankünften, 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr, einen neuen Rekord.

Last-Minute-Versuche

Praktisch zum Erliegen kam nach dem Terroranschlag Anfang Juli bei allen Badeferienanbietern hingegen das Tunesiengeschäft. Der Staat in Nordafrika gehört wie Ägypten und die Türkei zu den Verlierern des Reisesommers 2015. Mit vergünstigten Last-Minute-Angeboten nach Djerba versuchen vor allem Hotelplan Suisse und ITS Coop Travel, Tunesien touristisch wieder auf die Beine zu helfen. «Wir haben uns sogar bewusst dafür entschieden, im Hinblick auf den Herbst Zusatzkapazitäten nach Djerba aufzulegen», sagt Andi Restle.

Mithilfe von teils massiven Preissenkungen versuchten auch viele südtürkische Hoteliers, die Hochsaison zu retten. «Wir konnten gegen Ende Sommersaison in der Tat noch viele Last-Minute-Angebote in die Türkei verkaufen», sagt Kuoni-Sprecher Peter Brun. Von den Sommerreisezielen ausserhalb des Badeferiengeschäfts überzeugte vor allen Nordamerika mit einer soliden Nachfrage. Bei Hotelplan Suisse und Kuoni wurden die USA und Kanada im Juli und August auf der Langstrecke am stärksten gebucht.