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«Wofür stehen Sie als Arbeitgeber eigentlich?»
Zum Thema Nachhaltigkeit haben viele Reisebranchen-Exponenten in diesem Jahr wohl genügend gehört. Diesen Eindruck erhielt man auch im Rahmen des «Touristiker Treff» von DER Touristik Suisse in Andermatt. Es gibt noch genügend andere Themen, welche die Reisebranche beschäftigen. Eines der ganz Wesentlichen dabei ist das Recruiting. Es ist ein Fakt, dass es schwierig ist, genügend Fachkräfte zu finden.
Da passte das Impulsreferat des deutschen Employment-Experten Gero Hesse (Territory Embrace/Saatkorn) wunderbar. Seine Präsentation nannte sich «10 Goldene Regeln für Employer Branding und Recruiting». Unter «Employer Branding» versteht man die Bewerbung der eigenen «Arbeitgebermarke». Die wesentliche Frage lautet laut Hesse: Wofür steht man als Arbeitgeber eigentlich? Wie schafft man es, Identifikation zum Unternehmen zu schaffen, möglichst von vornherein passende Bewerber zu finden und den Nachwuchs nicht zu vergraulen? Und wie schafft man es, in den Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie Kununu oder Glassdoor positiv dazustehen? Hesse weiss, dass gerade KMUs wenige finanzielle Ressourcen haben, um viel Employer Branding zu betreiben, und doch aber dringend Fachkräfte benötigen - Fachkräfte, welche in der digitalen Welt immer öfter auch zwischen einzelnen Branchen wechseln können, wodurch ganze Branchen um die besten Talente in Konkurrenz zueinander geraten.
Anhand witziger Videos zeigte er auf, wie man auch mit wenig Aufwand markante Arbeitgeber-Präsentationen machen kann, und sparte auch nicht mit Kritik an seinem Auftraggeber DER Touristik Suisse, welcher selber noch deutlicher ausarbeiten solle, wofür er steht und wieso er der attraktivere Arbeitgeber als die Konkurrenten darstelle.
Zu den wichtigsten der 10 Goldenen Regeln gehört das digitale Storytelling über das eigene Unternehmen. Setzen Sie ihre Unternehmenskommunikation gezielt ein, möglichst authentisch, mit inhaltsgetriebener Kommunikation statt dem werblichen Ansatz. Hesse nennt dies so: «Es muss nicht heissen 'Kauf Mich', sondern 'Glaub Mir'.» Dazu müsse die Zielgruppe über die Massnahmen bestimmen. Was ist dem Arbeitnehmer wichtig und inwiefern sind die Erwartungshaltungen bei Mitgliedern unterschiedlicher Altersgenerationen anders? Wie ist das mit dem, was der Arbeitgeber zu bieten hat, in Einklang zu bringen? Je nach dem setzt man dann die Benefits, die regionale Verankerung des Unternehmens, dessen Produkt-USP oder anderes in den kommunikativen Vordergrund.
Die klare Positionierung über verschiedene Touchpoints kostet allerdings Geld und Aufwand - dafür sollte sich aber laut Hesse jedes Unternehmen, welches sich ernsthaft oder auch notgedrungen mit Recruitment auseinandersetzen will, eben auch ein Budget erstellen und über eine längere Zeitdauer Employer Branding betreiben. Wer sich mit originellen, individuellen Inhalten am Markt präsentieren kann, erhält die besten Fachkräfte. Der Stellenangebots-Link mit der Bitte um Weiterteilen im Facebook reicht in der modernen Welt nicht mehr aus.
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