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«Die Nachfrage für Iran ist ungebrochen — für Jordanien schwach»

Gregor Waser

Philippe Raselli, Geschäftsführer des Arabien-Spezialisten Holiday Maker, über den ausgebrochenen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran — und die Aussichten für die Region.

Herr Raselli, was halten Sie vom Säbelrasseln zwischen Saudi-Arabien und Iran?

Philippe Raselli: Es ist kein Konflikt, der erst seit kurzem aufgeflammt ist. Das grösstenteils sunnitische Saudi-Arabien und der mehrheitlich schiitische Iran hatten schon immer Probleme miteinander. Die Iraner wollen an die Heiligen Stätten in Saudi-Arabien, dort ist die grosse Reibung. Der Rückzug der Botschafter ist nicht förderlich, aber das Problem gabs schon immer.

Befürchten Sie einen bewaffneten Konflikt?

Nein. Da sind beide intelligent genug und wissen, dass sie die zwei mächtigsten Staaten in der Region sind. Sie haben andere Spielplätze, wo sie sich austoben, aber nicht direkt gegeneinander, in Jemen oder in Syrien, wo verschiedene Gruppierungen unterstützt werden. Die Iraner sind ohnehin vom Irak-Krieg her gebeutelt. Sie wollen den Konflikt auf diplomatischer Ebene austragen.

Wie stark betrifft der Konflikt Ihr Stammgebiet, die Arabischen Emirate und den Oman?

Die tangiert es zurzeit nicht. Wir haben aber einige Gebiete verloren, seit längerem etwa Syrien, Libanon und einen grossten Teil der Jordanien-Buchungen. Auch Libyen hatten wir einst im Programm. Eher noch läuft Israel. Marokko ebenso. Für den Iran ist die Nachfrage ungebrochen.

«Negativ schlägt sich die Entwicklung auf den Flugumsatz nieder»

Haben Sie auf die wegfallenden Gebiete reagiert?

In den letzten Jahren haben wir uns neu aufgestellt und neue Destinationen gesucht, etwa den Kaukasus, seit zwei Jahren haben wir einen Katalog Indischer Ozean, welcher dieses Jahr mit Sansibar ausgebaut wurde, so sind wir breiter aufgestellt. Ebenfalls beliebt sind unsere Gruppenreisen weltweit und seit dieser Saison führen wir auch Äthiopien ex Dubai im Programm.

Wie schaut die Buchungssitution für die Emirate und Oman aus?

Gut. Die Emirate reagieren immer sehr schnell mit guten Preisen, Fam-Trips und Aktionen, um die Leute wieder anzuziehen. Oman ist ungebrochen seit langem.

Die Arabischen Carrier geben weiterhin enorm Gas. Gut für Sie?

Es ist zweischneidig. Um Angebote zu schnüren, ist das ideal. Negativ schlägt sich die Entwicklung auf den Flugumsatz nieder. Die Tiefpreise erfreuen dafür die Konsumenten.

Wie lief 2015 unter dem Strich?

Es war ein durchzogenes Jahr wegen der Währungs- und Weltsituation. Angesichts der Umstände gings aber ganz gut.

Die Anbindung an einen grossen Veranstalter war nie ein Thema?

Wir wären noch zu haben (lacht). Aber uns gehts gut so, wie wir aufgestellt sind.

Und welche Aussichten haben Sie für das angelaufene Jahr?

Wir können verschiedene Jubiläen feiern und haben hierzu einige Aktionen geplant. Die Firma gibts seit 40 Jahren, seit 30 Jahren bieten wir die Vereinigten Arabischen Emirate an, seit  25 Jahren den Oman. Und wir werden auf dieses Jahr hin die neue Webseite komplett renovieren.

Wie schaut das Verhältnis Reisebüros-Direktvertrieb aus?

Etwa 50-50.