Reiseanbieter

Der TUI-Vorstandsvorsitzende Friedrich Joussen sagt: «Wir stärken das Hotel- und Kreuzfahrt-Geschäft weiter. Und zusätzliches Wachstum wollen wir durch den Ausbau von digitalen Plattformen erreichen.»

Die TUI Group zeigt Muskeln

Schlechte Rahmenbedingungen im Sommer? Der Branchenleader trotzt dem Hitzesommer und der Fussball-WM und verdient kräftig. Künftig will die TUI Group individuellen Reisewünschen noch besser entsprechen.

Die europäischen Reiseveranstalter ächzten diesen Sommer wegen der anhaltenden Hitze, dem Ferien-Killer Fussball-Weltmeisterschaften und den vielen Tiefpreisen Richtung Mittelmeer. Europas Nr. 2, die Thomas Cook Group, musste etwa einen Verlust von umgerechnet 208 Millionen Franken verzeichnen.

Doch offensichtlich konnte der Branchenprimus die erschwerten Bedingungen besser umschiffen: dank guter Geschäfte mit eigenen Hotels und Kreuzfahrten.

Die TUI Group verdiente im abgelaufenen Geschäftsjahr unter dem Strich 828 Millionen Franken – fast 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 22 Milliarden Franken zu. Die Aktionäre sollen mit einer von 73 auf 81 Rappen erhöhten Dividende am Erfolg teilhaben.

Mit massgeschneiderten Angeboten

Durch den 2014 gestarteten Umbau vom klassischen Reiseveranstalter und Händler zum Entwickler, Investor und Betreiber von Hotel- und Kreuzfahrtgesellschaften ist das Geschäft der TUI wesentlich margenstärker geworden, schreibt die TUI Group. Auch die Abhängigkeit von den Sommermonaten sei gesunken.

Der Umbau und Wandel werde fortgesetzt. Künftiges Wachstum soll sowohl aus weiteren Investitionen in Hotels und Kreuzfahrtschiffe kommen als auch durch die Digitalisierung. Die TUI Group will das Kundenbeziehungsmanagement mit dem Einsatz neuester Technologien verbessern. Das heisst: TUI will auf die immer individuelleren Reisewünsche mit massgeschneiderten Angebote reagieren. Um diesen Umbau zu beschleunigen, hat TUI auch in den Ausbau des Geschäftsfeldes TUI Destination Experiences investiert, dem Anbieter von Services und Aktivitäten in den Feriengebieten.

Darüber hinaus ist mit der Übernahme des italienischen Technologieunternehmens Musement eine weitere Plattform unter das TUI-Dach gerückt. Diese bringt die Aktivitäten, Ausflüge und Services an den Ferienzielen sowie Gäste und ihre Wünsche zusammen. Zusätzlich hat die TUI begonnen, eigene Hotelkapazitäten über die Blockchain zu steuern. Damit soll eine optimale Auslastung erreicht werden und das eigene Yield-System die Profitabilität verbessern. Moderne IT, künstliche Intelligenz und Algorithmen sollen künftig zur Steigerung des Konzernergebnisses beitragen.

«Die internationale Stärke der Marke TUI, moderne IT und mehr als 20 Millionen Kunden sind die perfekte Basis für zusätzliche Geschäfte und neues Wachstum. Mit diesem Wissen bringen wir Kundenwünsche und Angebote zusammen und können Umsatz und Ergebnis in diesem Segment steigern, ohne dafür grössere Investitionen zu tätigen», ist TUI-Group-CEO Friedrich Joussen überzeugt.

(TN)