Rail & Road
Unglaublich: Aus dem TGV wird «InOui»
Bereits 2013 hatte die französische Staatsbahn SNCF ihren Low-Cost-Bahnservice «Ouigo» getauft, ein Wortspiel aus dem Englischen «We go» und dem Französischen «Oui, go» (ja, los). Nun doppelt sie auch im Premiumbereich nach: Per Juli 2017 wird die Marke TGV etappenweise durch «InOui» ersetzt, wo wieder das «Oui» vorkommt, wobei «Inouï» im Französischen auch «unerhört» oder «unglaublich» bedeutet.
Mit der neuen Marke will man sich deutlicher von Konkurrenzprodukten abheben. «TGV» bedeutet eigentlich nur «Train à Grande Vitesse», also Hochgeschwindigkeitszug, und kann theoretisch auch auf andere Hochgeschwindigkeitszüge angewendet werden. Dank der neuen Marke sowie Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bis 2020 will die SNCF rund 15 Millionen zusätzliche Kunden gewinnen und so ihren Marktanteil im Nahverkehr – in Konkurrenz mit Low-Cost-Airlines und dem Autoverkehr – verteidigen und gar ausbauen.
Neue Webseite oui.sncf für alle Oui-Produkte
Zu den Investitionen zählt etwa die Einführung von Wifi im gesamten Streckennetz, oder das Ersetzen veralteten Rollmaterials. Zudem wird das derzeit limitiert Angebote Produkt Ouigo auf das ganze Streckennetz erweitert. Damit will man im Low-Cost-Bahnsegment Kunden gewinnen. Aktuell machen Ouigo-Kunden erst 5% der Gesamtkundschaft aus; dies dürfte bis 2020 auf 25% Anteil steigen.
Doch damit nicht genug: Die vor 17 Jahren lancierte Online-Verkaufsplattform www.voyages-sncf.com soll per November in www.oui.sncf umbenannt werden, wozu auch ein neues Logo lanciert wird, wo das «O» in Oui eine Art Sonne darstellt. Auf der modernisierten Website werden dann alle Marken mit dem roten Faden «Oui» integriert, also Inoui, Ouigo, Ouibus (Busse) und Ouicar (Carsharing). Zudem soll die Webseite dann über künstliche Intelligenz verfügen, also aus früheren Buchungen «lernen» und somit massgeschneiderte persönliche Angebote für wiederkehrende User erstellen können.
Mit der neuen Webseite verfolgt die SNCF hehre Ziele. 2016 wurden 86 Millionen Reisen darüber verkauft und ein Umsatz von 4,1 Milliarden Euro erzielt, trotz einem generell schwierigen Jahr für Frankreich, etwa infolge diverser Attentate. Seit Jahresanfang 2017 hat die Webseite aber laut «Le Parisien» 9% Wachstum verzeichnet. Bis 2020 und dem Abschluss der angekündigten Relaunch-Massnahmen sollen dann über oui.sncf rund 5,5 Milliarden Euro Umsatz generiert werden.
Weitere Infos - allerdings auf Französisch - bietet das Video unten.