Rail & Road

Eurotunnel: Verspätungen mit tragischem Hintergrund

Verzweifelte Flüchtlinge versuchen vom französischen Calais aus zu Fuss durch den Eurotunnel nach England zu gelangen.

Passagiere, die in den letzten Tagen und Wochen mit dem Eurostar  zwischen England und Frankreich verkehrten, mussten mit bis zu drei Stunden Verspätung rechnen.

Der Hintergrund der Verzögerungen ist tragisch. Wie „The Guardian“ berichtet, versuchen verzweifelte Flüchtlinge zu Fuss durch den Eurotunnel von Frankreich nach England zu gelangen. Im französischen Calais halten sich derzeit rund 6000 Flüchtlinge auf.

Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen erhöht wurden, gelinge es Flüchtlingen fast täglich, die Sicherheitskräfte abzulenken und in den Tunnel zu gelangen. Die Flucht ist allerdings mit grossen Gefahren verbunden: Mindestens 15 Personen seien mittlerweile beim Versuch gestorben, den Eurotunnel zu Fuss zu durchqueren.

Der Eisenbahntunnel unter dem Ärmelkanal ist seit 1994 in Betrieb und verbindet das englische Folkstone mit Coquelles bei Calais. Bereits im Juli kursierten Bilder und Videos von verzweifelten Menschen, die auf Lastwagen Zuflucht suchten, welche in Calais auf die Überfahrt nach England warteten.

Die britische Regierung gab jüngst bekannt, dass sie nun doch bereits sei, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Diese sollen allerdings direkt aus den Lagern an Syriens Grenze ausgewählt werden. Es sollen keine Flüchtlinge aufgenommen werden, die bereits in Europa sind. So wolle man verhindern, indirekt Schleuserbanden zu unterstützen.

(TN)