Rail & Road

Ohne Not im Notfallstollen

Daniel Tschudy

Wer sich beeilt, kann bei der SBB einen Ausflug, respektive einen Einblick, in den längsten Eisenbahntunnel  der Welt buchen – und sich dann gleich noch Bahnpionier nennen.

Die Zahlen sind eindrücklich: Während 17 Jahren haben Menschen aus 10 Nationen einen 57 Kilometer langen Tunnel gebaut. Und dieser windet sich bis maximal 2300 Meter unter den Bergspitzen des Gotthardmassivs durch. Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 verkehren die Züge von Nord bis Süd durch dieses fantastische Meisterbauwerk. Von Flüelen bis runter nach Biasca dauert die Tunnelreise rund 25 Minuten und die maximale Geschwindigkeit könnte 200 km/h betragen.

Bevor die Reisenden aber so schnell als möglich durch den Gotthard eilen, haben sich die Macher der SBB noch etwas ausgedacht: Unter dem Namen ‚Gottardino‘ bieten sie Sonderfahrten mit einem exklusiven Halt im Herzen des Bergmassivs an. Bei der Multifunktionsstelle Sedrun, rund 800 Meter tief unter dem Berg, wird ein Aufenthalt mit Rundgang angeboten. Der Gottardino fährt bis zum 27. November 2016 täglich ausser montags von Flüelen nach Biasca oder in umgekehrter Richtung. Die eine Fahrt geht durch den neuen Eisenbahntunnel; der Rückweg dann auf der traditionellen Bergstrecke mit seinen zahlreichen Kehrtunnels.

Das limitierte Angebot gilt also nur kurze Zeit und Kinder unter 6 Jahren und Tiere sind nicht erlaubt. Kaufen kann man die Fahrkarten an jeder bedienten Verkaufsstelle des öffentlichen Verkehrs. Wer mitmacht wird zu den ganz wenigen Privilegierten gehören, die im Gotthard-Basistunnel aussteigen konnten. Und dies wird mit einem Pionier-Erinnerungspass belohnt.