Rail & Road
Flixbus schnappt sich Postbus
Die Deutsche Post trennt sich von ihren Fernbussen. Marktführer Flixbus greift zu, die ersten Linien der Deutschen Post sollen ab November integriert werden. Das sagt Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Damit geht Schwämmleins Shopping-Tour weiter. Im Juni übernahm Flixbus den britischen Anbieter Megabus.
Postbus, bisher die Nummer zwei auf dem deutschen Fernbusmarkt, war im November 2013 als Kooperation mit dem ADAC an den Start gegangen. Der ADAC stieg im November 2014 aus dem Projekt aber wieder aus, die Post betrieb das Geschäft seither alleine – und hat nun genug. Der Kaufpreis, den Flixbus bezahlt, ist nicht bekannt.
Wie André Schwämmlein sagt, gehe es in einem ersten Schritt nun darum, die Fahrpläne beider Anbieter anzupassen: "Wir wollen zum Beispiel die Küste häufiger anfahren und den grenzüberschreitenden Verkehr ausbauen, vor allem aber die Regionen stärken." Profitieren dürften Kleinstädte, die bisher noch nicht an das Fernbusnetz angeschlossen waren.
Schwämmlein rechnet damit, dank Postbus zusätzlich zur bestehenden Online-Kundschaft eine eher ältere Klientel und Familien ansprechen zu können. Das Produkt soll künftig für alle Alters- und Zielgruppen geeignet sein. Flixbus und die Post wollen nun auch in der Logistik zusammenarbeiten und Pakete mit Fernbussen versenden.
Derzeit fährt Flixbus 900 Ziele an, rund 450 davon im deutschsprachigen Raum. Postbus bietet Verbindungen zu 112 Zielen an, etwa 85 davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz.