Rail & Road
Frankreich protestiert und streikt
Zehntausende Menschen sind in Frankreich gegen die Reform des Arbeitsrechts auf die Strasse gegangen. In Paris setzte die Polizei Tränengas ein, als gewaltbereite Demonstranten die Beamten mit Wurfgeschossen attackierten. Dort gab es 87 Festnahmen. In Toulouse randalierten Reformgegner vor dem Büro eines sozialistischen Abgeordneten, in Nantes setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Proteste gab es auch in den Städten Marseille, Lyon und Lille.
Nun treffen die Proteste und Steiks auch die Touristen. Am 19. Mai haben die Fluglotsen einen Ausstand angekündigt. Air France teilte auf ihrer Website mit, dass sie 15 Prozent ihrer Inlandsflüge von und nach Paris Orly streichen muss. Am Flughafen Charles de Gaulle soll hingegen alles reibungslos laufen, auch die Langstreckenflüge sollen stattfinden.
Der Verband Airlines for Europe (A4E) kritisiert die Arbeitsniederlegungen. „2016 wird ein Rekordjahr bei den Streiks der Fluglosten und es gibt nichts, was weitere Streiks in diesem Sommer stoppen kann. Wir fordern die Europäische Kommission und die Regierungen auf, zu handeln und die Rechte von Millionen von europäischen Reisenden zu schützen“, sagte Managing Director Thomas Reynaert. Die letzten Streiks der Fluglotsen in Griechenland, Italien, Belgien und Frankreich im März und April hätten zu 2000 Flugstreichungen bei den A4E-Mitgliedern geführt. Auch die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF hat Streikaktionen angekündigt. Der Thalys teilte mit, dass gestern und heute Donnerstag zwei Verbindungen zwischen Brüssel und Essen beziehungsweise Brüssel und Köln gestrichen werden.