Rail & Road

Europcar halbiert den Verlust

Das Mietwagen-Geschäft läuft gut, wegen den Schulden bleibt ein zweistelliger Verlust.

Gute Nachrichten von Europas grösstem Autovermieter: Der Umsatz klettert um 4,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn von Europcar 2015 lag bei 283 Millionen Euro, gut 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Das freut auch die Börsianer. Die an der Pariser Börse geführten Aktien legten zeitweise um 11 Prozent zu. Allerdings notieren die Papiere immer noch deutlich unter dem Ausgabepreis von 12.25 Euro, zu denen im vergangenen Juni die Europcar-Aktien ans Publikum gebracht worden sind.

Die Gruppe leidet immer noch unter den hohen Schulden. Dies ist auch der Grund wieso unter dem Strich ein dickes Minus von knapp 56 Millionen Euro resultiert. Im Vergleich zum Vorjahr steht Europcar damit dennoch besser da: 2014 wies der Konzern noch einen Reinverlust von 112 Millionen Euro aus.

Eine Schuldenminimierung und ein straffes Kostenmanagement haben laut Philippe Germond, CEO von Europcar, zu dem Ergebnis beigetragen. Zudem konnte der Autovermieter die Nachfrage steigern: Mit 57,1 Millionen Vermiettagen konnte Europcar hier immerhin ein plus von 8,1 Prozent ausweisen. Allerdings ist die Flotte mit 8,5 Prozent auf 205 400 Fahrzeuge sogar noch ein bisschen stärker gewachsen, so dass die Auslastung etwas gesunken ist.

Den Ausbau der Flotte begründet Europcar unter anderem mit Investments in die Zweitmarke Interrent sowie in das neue Produkt Keddy, mit dem der Vermieter eine preisbewusste Leisure-Zielgruppe erreichen will. Offenbar recht gut laufen auch die schnellen Tesla Elektroflitzer, die Modelle gibt es seit kurzem auch an vier Standorten in der Schweiz zu mieten.

Erste Dividende in Aussicht

Für 2016 hat Germond klare Ziele formuliert: Die Gruppe soll organisch weiter wachsen, der Umsatz um drei bis fünf Prozent im laufenden Jahr gesteigert werden. Als Vorsteuergewinn peilt er die Marke 275 Millionen Euro an, 2015 wies die Gruppe 251 Millionen Euro aus. Für 2017 stellt der CEO seinen Aktionären dann auch erstmals eine Dividende in Aussicht. Der Autovermieter gehörte einst zu Volkswagen und war 2006 für drei Milliarden Euro an die Investmentgesellschaft Eurazeo verkauft worden. Durch den Börsengang im vergangenen Juni verringerte Eurazeo seinen Anteil von 87 auf rund 43 Prozent.

(SW)