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Rolf Nieländer , Sprecher von Interconnect – der General Sales Agent vertritt im deutschsprachigen Raum mehrere Kreuzfahrtmarken der Carnival Corporation, darunter Princess Cruises, Carnival Cruise Line und P&O Cruises. Bild: Nik Eugster

Princess Cruises: Grosse Schiffe, überraschend persönliches Erlebnis

Nik Eugster

Die Kreuzfahrtmarken von Carnival Corporation gehören weltweit zu den grössten der Branche – im Schweizer Markt bedienen sie jedoch eher Nischen. Gerade deshalb sieht Rolf Nieländer, Sprecher von Interconnect, hier Potenzial. Besonders Princess Cruises punktet mit neuen Schiffen, starken Alaska-Routen und einem Konzept, das grosse Schiffe überraschend intim wirken lässt.

Seit Anfang 2026 hat Interconnect einen neuen Mehrheitseigner: Der internationale Tourismusdienstleister Aviareps ist bei dem Unternehmen eingestiegen. Interconnect vertritt als General Sales Agent im deutschsprachigen Raum mehrere Kreuzfahrtmarken der Carnival Corporation, darunter Princess Cruises, Carnival Cruise Line und P&O Cruises. Für Reisebüros und Vertriebspartner soll sich durch die neue Eigentümerstruktur jedoch nichts ändern.

«Für unsere Partner im Vertrieb bleibt alles wie bisher», betont Rolf Nieländer im ITB-Gespräch mit Travelnews. Der Einstieg des neuen Mehrheitseigners sei vor allem eine strategische Entwicklung im Hintergrund. Ziel der neuen Struktur sei es vor allem, die lokale Marktkompetenz mit der globalen Reichweite des neuen Mehrheitseigners zu verbinden.

Internationale Marken mit aktiver Nischenrolle in der Schweiz

International gehören die Marken von Carnival Corporation zu den grössten Kreuzfahrtanbietern überhaupt. Im Schweizer Markt spielen sie hingegen eine eher spezialisierte Rolle. Das liegt laut Nieländer weniger an der Grösse der Reedereien als an ihrer internationalen Ausrichtung. Während viele Kreuzfahrtangebote im deutschsprachigen Raum stark auf nationale Märkte zugeschnitten sind, setzen Marken wie Princess Cruises oder Carnival Cruise Line bewusst auf ein internationales Bordprodukt. Und bei P&O Cruises steht ein britisch geprägtes Reiseerlebnis im Mittelpunkt.

Gerade darin sieht Nieländer aber auch eine Chance. «Kleinere Nationen sind oft viel offener für internationale Produkte», sagt er. Innerhalb des Portfolios ist besonders Princess Cruises für den Schweizer Markt interessant. Die Marke ist im gehobenen Segment positioniert und spricht Gäste an, die bewusst ein internationales Kreuzfahrterlebnis suchen. Zudem hat die Reederei in kurzer Zeit zwei neue Schiffe in Dienst gestellt: die Sun Princess und die Star Princess. Beide Neubauten haben laut Nieländer eine sehr positive Resonanz im Markt ausgelöst.

Big ships – small feel

Das liegt auch an einer Designphilosophie, die Princess Cruises seit Jahren verfolgt. Zwar handelt es sich bei den neuen Schiffen um grosse Einheiten, doch sollen sie sich für die Gäste nicht überwältigend anfühlen. Viel Raum, durchdachte Architektur und zahlreiche kleinere Bereiche sorgen dafür, dass sich die Schiffe trotz ihrer Grösse angenehm und übersichtlich anfühlen. «Princess schafft es, grosse Schiffe zu bauen, ohne dass sie einen erschlagen», sagt Nieländer. «Wir nennen das: Big ships – small feel.»

Ein besonders starkes Produkt für Princess Cruises sind traditionell die Alaska-Reisen. Die Reederei war dort bereits aktiv, lange bevor Alaska zu einer der beliebtesten Kreuzfahrtdestinationen weltweit wurde. Entsprechend gross ist die Erfahrung der Marke in dieser Region. Ein Alleinstellungsmerkmal sind die reedereieigenen Lodges in Alaska. Sie ermöglichen eine Kombination aus Kreuzfahrt und Landprogramm mitten in der Natur. Anders als klassische Vor- oder Nachprogramme sind diese Aufenthalte direkt in die Reise integriert. Gäste verbringen mehrere Tage in den Lodges und nutzen sie als Ausgangspunkt für Ausflüge in Nationalparks oder Naturgebiete. «Das ist ein sehr intensives Alaska-Erlebnis», erklärt Nieländer. «Man ist mitten in der Natur und kombiniert Kreuzfahrt mit echten Naturerlebnissen.»

Unterschiedliche Marken für unterschiedliche Zielgruppen

Neben Princess Cruises betreut Interconnect auch Carnival Cruise Line und P&O Cruises. Beide Marken haben eine klare Positionierung und sprechen jeweils unterschiedliche Zielgruppen an. Carnival Cruise Line gilt traditionell als Karibik-Spezialist mit starkem Fokus auf den amerikanischen Markt. Viele Reisen sind bewusst kurz gehalten und richten sich an Gäste aus den USA, die ein verlängertes Wochenende oder eine kurze Auszeit auf See verbringen möchten. P&O Cruises wiederum ist stark auf den britischen Markt ausgerichtet und bietet ein sehr klar britisch geprägtes Kreuzfahrterlebnis. Wer diese Atmosphäre sucht, findet dort ein Produkt mit einer sehr klaren Erwartungshaltung.

Im deutschsprachigen Markt – und besonders in der Schweiz – bleibt jedoch Princess Cruises die Marke mit dem grössten Potenzial innerhalb des Interconnect-Portfolios. Gerade die Kombination aus internationalem Produkt, neuen Schiffen und starken Naturdestinationen wie Alaska sorgt dafür, dass die Marke bei vielen Kreuzfahrtinteressierten zunehmend Aufmerksamkeit erhält.