Im Freddie Mercury Hotel in Montreux

Von Andreas Güntert
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Ein Kopf mit hohem Wiedererkennungswert: Silhouette des späten Freddie Mercury im Hotel The Freddie Mercury in Montreux. Bilder: Der Internaut

Ins Kino zum Queen-Film «Bohemian Rhapsody»: Dürfen alle. Aber kaum jemand darf ins brandneue Freddie Mercury Hotel in Montreux. Der Internaut durfte.

Wann hat Dich dieses Lied zum ersten Mal angehechtet, verwirrt und überwältigt? Bei mir war es im Frühjahr 1976. Elf Jahre war ich damals jung und an einem Sonntagabend eben daran, die Radiohitparade aufzunehmen. Auf einem Kassettenrekorder,  wie damals üblich.

In Sachen Pop hielt ich mich für einigermassen beschlagen, kannte mich aus bei Abba und Beatles, Slade, Smokie, Sweet und Bay City Rollers. Dann kam etwas aus dem Radio, das ich so noch nie gehört hatte. Vor lauter Schreck vergass ich, die «Rec»-Taste zu drücken.

Was da in meinem Kinderzimmer aus dem Gerät schepperte, war unglaublich und unerhört. Ein Lied, doppelt so lange wie alle anderen Lieder. Ein Lied ohne Refrain. Eine Musik, die mir mal opernhaft und dann wieder hardrockig durch Herz und Hirn fräste. Ein Song wie eine Achterbahnfahrt im Feuerwagen durch einen lautsprecherbestückten Orchestergraben. Oder so ähnlich.

Vom ersten Moment an war ich fasziniert vom Queen-Song «Bohemian Rhapsody». Und es stellte sich in meinem Kinderzimmer etwas ein, was sich bis heute immer manifestiert, wenn «Bo Rap» (so nennen das die Aficionados) irgendwo auf diesem Erdenrund an meine Ohren kommt: Gänsehaut.

Wenn Du «Bo Rap» auch nur ansatzweise magst, führt kein Weg an diesem Film vorbei. Dabeisein, wenn Freddie zum ersten Mal ein Fragment dieser Hymne auf seine Klaviertasten legt. Mitfiebern, wenn das Lied in unglaublich aufwendiger Art eingespielt wird.

Queen und Montreux

Die britische Band hatte bekanntlich eine enge Beziehung zur Schweiz. 1979 kaufte die Gruppe die Mountain Studios in Montreux. Doch damit nicht genug: Das direkt am Genfersee gelegene «Duck House», das Freddie Mercury gern bewohnte, steht immer noch. Es lässt sich über den Schweizer Vermittler Interhome mieten.

Bis heute zeugt eine grosse Bronze-Statue in Montreux am Genfersee von der Verbundenheit der Waadtländer Stadt mit dem epochalen Musiker und Entertainer. Sie wurde 1996 errichtet und erhält weiterhin jeden Tag starken Zuspruch von Fans aus aller Welt.

Seit über zehn Jahren ein Magnet in Montreux am Genfersee: Die Statue von Freddie Mercury.

Eine sehr lohnende Sache ist der Besuch der «Queen Studio Experience» im Casino Montreux. Etwas merkwürdig zunächst zwar, wenn Du ins Casino trittst und dort eher «We will zock you» statt «We will rock you» angesagt ist.

Aber nicht verzagen. Einfach links abbiegen beim Eingang und bald schon findest Du den Eingang zu dieser Ausstellung.Sie ist nicht riesig, aber sie ist ein Muss für alle Queen-Fans.

Eintauchen in die Welt von Freddie Mercury und Queen im Casino Montreux.

Ein ganz besonderes Feature ist ein Mischpult, das Du selber bedienen kannst. Mehr Drums, weniger Bass? Mehr Gesang oder stärkeren Gitarren-Sound? Kein Problem, Du kannst Queen-Songs neu abmischen, assistiert vom legendären Queen-Gitarristen Brian May, der Dir das alles über eine Video-Einspielung erklärt.

Das Freddie Mercury Hotel in Montreux

Während die Freddie-Mercury-Statue, das Duck House und die Studio Experience auch ausserhalb der Queen-Fangemeinde bekannt sind, bietet Montreux seit Ende August 2018 eine weitere touristische Freddie-Mercury-Referenz, die wohl erst Insidern bekannt ist: Ein Freddy-Mercurie Hotel. Das «The Freddie Mercury» liegt gleich am Bahnhof von Montreux. Genauer gesagt: Am Gleis eins von Montreux CFF.

Der Ort: Montreux. Die Adresse: Gleis 1. Das The Freddie Mercury Hotel in Montreux.

Als Erinnerung an die Ikone, die so viel Zeit in Montreux verbracht hat, wurde das Hotel von der Swiss Education Group eröffnet. Die Swiss Education Group mit Sitz in Montreux ist der schweizweit grösste Anbieter im privaten Hospitality-Sektor; sie betreibt in Montreux und an andren Schweizer Standorten fünf Schulen im Bereich der Hotelfachausbildung und der Kochkunst.

Wenn wir grad beim Essen sind. Im Hotel, das 89 Zimmer auf fünf Etagen umfasst, spielt auch die Kulinarik eine Rolle. Man isst im Restaurant @Freddie’s natürlich nicht von irgendwelchen Tellern. Sondern selbstverständlich aus Signature-Gefässen, welche die Freddie-Mercury-Statue abbilden.

Das waren die schönen Nachrichten. Jetzt kommt – mindestens für glühende Freddie-Verehrer – die andere Nachricht: Du darfst nicht einfach so rein in dieses Hotel. Das The Freddie Mercury wird als sogenanntes «Privathotel» geführt, was bedeutet, das es nur eingeladenne Gäste und Partnern der Swiss Education Group offen steht. Zusätzlich dient es als Schulungszentrum für Fachleute.

Und sollte sich das Belegungs-Regime in diesem Hotel irgendwann ändern, so möchte der Internaut vorschlagen: We will book you.